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 | Die Volksmarine der DDR |
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 Die Volksmarine der DDR

Fortsetzung
Dienstflagge der Volksmarine
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Nach dem 17. Juni, der die seit 1952 bezeichnete »Kasernierte Volkspolizei« und die paramilitärischen Einheiten wie die Grenzpolizei gegen die eigene Bevölkerung aufbrachte und die politische und ökonomische Ohnmacht der DDR-Führung offenbarte, wurde die im Verhältnis zum begrenzten Seeraum enorme Anzahl an geforderten Einheiten reduziert und der avisierte U-Boot-Bau aufgegeben.
Am 1. Januar 1956 unterhielt die Volkspolizei See 122 Fahrzeuge, darunter 97 Kampf-, Hilfs- und Schulboote.
Struktur und Organisation der Volkspolizei See waren auf die Führung von Minensuch- und Küstensicherungskräften ausgerichtet, über welche die sowjetische Besatzungsmacht zwar Kontroll-, nicht aber direktes Weisungsrecht besaß.
Hochseeminenboot BERNAU.
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Die Aufgabe der VP-See - Minenräumen und Küstenverteidigung - barg dabei zum Teil erhebliche personelle Schwierigkeiten in sich, denn die Ausrüstung war spärlich und der Ausbildungsstand auf niedrigem Niveau; als problematisch erwies sich die Gewohnheit, am Ende eines jeden Ausbildungsjahres die Besatzungen voneinander zu trennen und auf neu in Dienst zu stellende Schiffe aufzuteilen. An den Schulen lehrte allgemein mangelhaft qualifiziertes Personal, das zwar die Erfahrung des Krieges mitbrachte, ansonsten aber auf das Selbststudium angewiesen war, um mit der technischen und fachlichen Weiterentwicklung Schritt zu halten. Dies war mit ein Grund für die Ausbildung von Offiziersschülern in der Sowjetunion. Wer als »Kursant« an die dortige Akademie kommandiert wurde, verfügte weder über seemännische noch über militärische praktische oder theoretische Vorbildung; er kam sozusagen als Ungelernter und durchlief die Ausbildung von Grund auf für den Dienst in einer Streitkraft, die sich nach der DDR-Verfassung nicht Armee nennen durfte. Der Bedarf an Offizieren war jedoch mit dem Ausbildungsgang in Leningrad nicht zu decken, sodaß die Volksmarine die akademische Ausbildung ihres Führernachwuchses erst spät, im Januar 1963, mit der Gründung der »Fakultät Seestreitkräfte« (Dänholm) begann, die 1969 in die Militärakademie nach Dresden verlegt wurde. Die Offiziere studierten drei Jahre und schlossen ihre Ausbildung, eine Art Studium Generale, mit dem Staatsexamen (Dipl. rer. mil.) ab.
Personal der Seepolizei bzw. Volklspolizei See 1950-1955.
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Schon seit 1957 nahm die DDR-Marine regelmäßig an taktischen Manövern gemeinsam mit der polnischen und der baltischen Flotte teil, in denen die deutschen Kräfte, ab 1959 von Konteradmiral Wilhelm Ehm geführt, in erster Linie Sicherungsaufgaben übernahmen.
Die Suche nach Identität in der Gesellschaft und Platz im Pakt war seit Beginn der sechziger Jahre weitgehend abgeschlossen.
Dem Identifikationsprozeß folgte nun die Phase der Konsolidierung zu einem kampfkräftigen und verläßlichen Bestandteil des sozialistischen Bundes. Sinnfälligster Start in die neue Ära der DDR-Marine war der 10. Oktober 1960, als der Nationale Verteidigungsrat den Seestreitkräften offiziell die Bezeichnung Volksmarine verlieh, um die enge Bindung ans Volk - gegen das sie im Bedarfsfall mit der Waffe vorgehen würde - zu demonstrieren. Das Traditionsbild der Marine war von der autoritären Staats- und Parteiführung verordnet und sollte symbolisieren, daß die Volksmarine in der Tradition der deutschen Arbeiterklasse stand und den Kampf gegen Militarismus, Kapitalismus, Imperialismus und Krieg im Geist der revolutionären Matrosen von 1917/1918 fortführte.
Trotz der bereits eingeleiteten
Vorverhandlungen zum Waffenstillstand sollte die deutsche Marine, die seit der
Skagerrakschlacht vom Juni 1916 kaum noch zum Einsatz gekommen war, Ende Oktober
1918 zu einem letzten "ehrenvollen" Gefecht gegen überlegene britische Verbände
auslaufen. Der eigenmächtige Befehl der Seekriegsleitung war unmittelbarer Anlaß
zu Meutereien kriegsmüder Matrosen, die sich weigerten, ihr Leben bei einer
militärisch aussichtslosen "Todesfahrt" aufs Spiel zu setzen.
Obwohl etwa 1.000 meuternde Matrosen der vor Wilhelmshaven liegenden
Hochseeflotte verhaftet wurden, griff die Rebellion auf das Festland über. Bei
einer von zahlreichen Massenkundgebungen für die Freilassung der Inhaftierten
erschoß eine Militärpatrouille am 3. November 1918 in Kiel sieben Demonstranten.
Damit war das Signal zum bewaffneten Aufstand gegeben; schon bald wehten auf den
Schiffen rote Fahnen. Am Abend des 4. November befand sich Kiel in den Händen
der Aufständischen, die den ersten Arbeiter- und Soldatenrat während der
Revolution von 1918/19 bildeten. In einem 14-Punkte-Programm forderten sie vor
allem Milderungen der harten Militärdisziplin. Einziger politischer Inhalt war
die Forderung nach vollständiger Rede- und Pressefreiheit.
Zwar gelang es dem Regierungsbeauftragten Gustav Noske von der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die Aufstandsbewegung in Kiel
durch Amnestieversprechen erfolgreich einzudämmen. Kleinere Trupps von Kieler
Matrosen hatten aber bereits in anderen Orten die Initiative zum Aufstand
ergriffen. Innerhalb weniger Tage bildeten sich in nahezu sämtlichen deutschen
Städten revolutionäre Räte. Sie forderten immer lauter die Abdankung von Kaiser
Wilhelm II. und eine demokratische Umgestaltung des Deutschen Reichs.
Ein Jahr nach der Verleihung ihres Namens hatte sich die Volksmarine mit solch markigen Parolen wie »Blaublusen - dem Feind keine Lücke«, »Das Vaterland rief - wir kamen! Das Vaterland ruft - wir bleiben, schützen und verteidigen die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik« wenigstens ihrem Anspruch nach zu bewähren. Gegen wen, das war spätestens nach dem Bau der Mauer klar... Bis zur Wende 1989 versuchten mutige Draufgänger, der Republik überdrüssig, mit abenteuerlich zusammengebastelten Schwimmgeräten immer wieder über die See zu entkommen.
Fregatte Berlin Hauptstadt der DDR um 1980. Das Schiff gehörte zu den Fregatten der KONI-Klasse, wurde 1976-1978 in der UdSSR gebaut und war 1980 von der Volksmarine übernommen worden.
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Die Volksmarine durchlief während ihres kurzen Daseins seit 1960 keine Entwicklungsphasen im eigentlichen Sinne. Sie blieb bis zum Ende das, als was sie gegründet wurde: eine Wehr gegen die eigenen Bürger und die »räuberischen Traditionen des deutschen Imperialismus«, der es nicht wagen sollte, seine »Schweineschnauze in unseren blühenden sozialistischen Garten zu stecken«. Dieser »blühende Garten« war ein einziges gigantisches System von Betrug und Lüge, Machtmißbrauch und Unterdrückung und die Volksmarine ein Produkt dieses Systems gewesen. Ende der achtziger Jahre zeichnete sich der innere Verfall der NVA ab, der unter anderem auf die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes zurückzuführen war.
Die Volksmarine 1986
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Es gärte im Volk. In der zweiten Hälfte des Jahres 1989 erkannte die DDR-Regierung unter dem Eindruck von Massenflucht und Demonstrationen ihre aussichtslose Lage. Hunderttausende riefen nach demokratischer Erneuerung und grundlegenden Reformen.
Der Intellektuellenszene verschlug es buchstäblich die Sprache, als in Leipzig und Ostberlin hunderttausendfach der Ruf erscholl »Wir sind das Volk«, und noch unfaßbarer reagierten sie, als daraus »Wir sind ein Volk« wurde.
Auseinandersetzungen über ein neues Reisegesetz führten zum Rücktritt des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und seiner Regierung. Das neugebildete Politbüro unter der Führung von Egon Krenz gab dem Druck der Öffentlichkeit nach und ließ die Grenzen am 9. November öffnen.
Die DDR-Regierung reagierte unmittelbar nach dem Fall der Mauer mit der Ankündigung demokratischer Legitimierung der Nationalen Volksarmee, die endlich das Odium einer Armee der Partei verlieren sollte. Bemerkenswert der Auftritt von Verteidigungsminister Theodor Hoffmann im Januar 1990: der Admiral gab den Forderungen der Soldaten nach und erließ ein Gesetz, nach dem der Wehrdienst auf zwölf Monate reduziert wurde. Ein Soldatenstreik, vielleicht ein Aufruhr, war gerade noch verhindert worden.
Mit dem Tag der Vereinigung beider deutscher Staaten war klar: Es kann nur eine Armee und eine Marine in Deutschland geben. Die Marine des anderen deutschen Staats, der plötzlich nicht mehr existierte, stellte am 2. Oktober 1990 alle Einheiten außer Dienst, von denen die Bundesmarine nur wenige in ihren Bestand übernahm. Der Übergang von der Bundesmarine zur Deutschen Marine unter Einschluß der Volksmarine war fließend, man spürte ihn kaum. Die Stimmung in der Truppe war verhalten und abwartend, manchmal auch mißtrauisch-ablehnend, vielfach aber auch erwartungsvoll gespannt, denn immerhin galt es, sich mit einem ehemaligen Gegner zu arrangieren.
Erster Vorlaufslehrgang für Schlüsselpersonal der Volksmarine im September 1990 in Plön kurz vor der Auflösung der DDR. Die Lehrgangsteilnehmer tragen noch die Uniformen der Volksmarine.
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