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Unterseeboottender und -begleitschiffe

 
Unterseeboottender und -begleitschiffe

© by Koehler-Mittler Verlag, Hamburg / Buchreihe-Die Deutschen Kriegsschiffe / Band-10 / © by Webmaster
 

In der Kaiserlichen Marine handelte es sich bei den Tendern um reine Hilfsfahrzeuge. Man konnte auf veraltete kleine Kampffahrzeuge zurückgreifen. Ähnlich war dies auch in der Reichsmarine. Beim Aufbau der Kriegsmarine fehlten Fahrzeuge dieser Art. Es mußten Notlösungen durch Ankauf von Handelsschiffen gefunden werden. Anders war die Lage beim Aufbau der Bundesmarine. Ganz abgesehen davon, daß die als "Tender" bezeichneten Schiffe nicht mehr als Hilfsfahrzeuge im ursprünglichen Sinn bezeichnet werden können - sie haben vom Auftrag und ihrer Waffenkapazität her (ganz abzusehen von ihrer beachtlichen Größe) Aufgaben, die die Tender vergangener Zeiten nicht hatten -, sind bei dem Aufbau der Bundesmarine Tender für Schnellboot-, Minensuch- und Uboot-Geschwader in Bau gegeben worden. Einige von ihnen wurden entgegen der ursprünglichen Absicht als Schulschiffe eingesetzt. Finanzielle Gründe führten dazu, daß die Geschwader sich mit weniger Tendern begnügen mußten, als ursprünglich vorgesehen. Es wurden deshalb Tender in die Reserve überführt, andere an NATO-Partner abgegeben.

Donau Donau - 1939/40
Für die Unterseeboote stand zunächst der Flottentender Saar zur Verfügung. 1937/1938 wurde vorübergehend der Flottentender Jagd (M 82) zusätzlich zugeteilt. Da die als Uboottender bzw. Ubootbegleitschiffe in Auftrag gegebenen Neubauten noch nicht zur Verfügung standen, kaufte die Kriegsmarine Handelsschiffe an. So stellte sie 1938/1939 Donau, Erwin Waßner, Lech und Isar in Dienst. Als Hilfsbeischiffe, Zielschiffe u.ä. - dies vor allem im II. Weltkrieg - wurden weitere Fahrzeuge im Ubootbereich eingesetzt.



Erwin Waßner Erwin Waßner

Ammerland - Stapellauf 1921 als August Schulze
Der Dampfer August Schultze der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffs-Reederei, Hamburg, wurde bereits 1938 für den Einsatz im spanischen Bürgerkrieg gechartert, dann 1939 von der Kriegsmarine endgültig übernommen und in Ammerland umbenannt. Er wurde als Bei- und Zielschiff bei der 1., 3., 5., 26. und 24. U-Flottille sowie der 14. Sicherungsflottille verwendet. Westlich Libau sank er am 10.2.1945 nach einer Kollision.

Donau - Stapellauf 19.12.1921 als Nicea
Gebaut wurde das Schiff als Handelsdampfer Nicea für die HAPAG. Unter unverändertem Namen ging es 1936 in den Besitz der Reederei Karl Grammerstorf über, wurde jedoch noch im selben Jahr von der Kriegsmarine erworben. Während des Umbaus bei den Stettiner Oderwerken wurde am 8.3.1937 der Name Donau verfügt. Am 29.4.1938 fand die Indienststellung statt. Donau wurde als Beischiff bei der U-Flottille Weddigen (1. U-Flott.), von Juli 1940 bis Juni 1944 in gleicher Eigenschaft bei der 21., ab Juli 1944 bei der 20. und ab Januar 1945 bei der 26. U-Flottille eingesetzt. Bei einer Munitionsexplosion am 14.6.1945 in Flensburg kenterte und sank das Schiff.

Erwin Waßner - Stapellauf 1938 als Gran Canaria
Die Kriegsmarine kaufte 1938 den Neubau Gran Canaria der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffs-Reederei, Hamburg, als Zielschiff an, ließ ihn zum Begleitschiff umbauen und stellte ihn als Erwin Waßner in Dienst, Heimathafen war Kiel. Das Schiff diente dem F.d.U./B.d.U. KzS u. Kommodore Dönitz und seinem Stab als Führungsschiff. Bei einem Angriff britischer Bomberverbände wurde sie am 24.7.1944 versenkt.

Isar - Stapellauf 23.10.1930 als Puma
Der der Afrikanischen Frucht-Co. (Reederei F.Laeisz) in Hamburg gehörende Fruchtdampfer Puma wurde von der Kriegsmarine 1938 angekauft und nach Umbau bei der Firma F.Schichau in Königsberg am 25.7.1939 als Ubootbegleitschiff Isar (Namensverfügung vom 29.8.1938) in Dienst gestellt. Eingesetzt wurde es zunächst bei der U-Flottille Hundius (6. U-Flott.), ab Januar 1940 bei der 2., ab April 1941 bei der 27. U-Flottille. Zeitweilig war das Schiff zur 25. U-Flottille abgestellt. Am 15.6.1943 wurde an Bord der Isar, die gleichzeitig nach Pillau verlegte, mit Flaggenparade die 20. U-Flottille formiert, der Isar nun bis März 1945 angehörte, um anschließend bis Kriegsende bei der 25. U-Flottille Dienst zu tun. Nach Kriegsende wurde sie Rußland zugesprochen, dorthin am 19. Februar 1946 ausgeliefert. Sie bekam bei den Sowjets den Namen Neman.

Lech - Stapellauf 1930 als Panther
Der von der Kriegsmarine 1938 angekaufte Fruchtdampfer Panther der Afrikanischen Frucht-Co. (Reederei F.Laeisz), Hamburg, wurde bei den Stettiner Oderwerken in Stettin zum Ubootbegleitschiff umgebaut und als Lech (Namensverfügung vom 29.8.1938) am 10.6.1939 in Dienst gestellt. Er wurde zunächst der U-Flottille Emsmann (5. U-Flott.), ab Januar 1940 der 1. U-Flottille, ab Juni bis Dezember 1941 der 5. U-Flottille zugeteilt, um vom 15.12.1941 bis September 1943 zur 24. U-Flottille zu treten, unterbrochen von einer Zuteilung zur 22. U-Flottille. Es folgte der Einsatz bei der 23. U-Flottille bis November 1943, anschließend bei der 20. U-Flottille bis März 1945 und dann bis Kriegsende bei der 25. U-Flottille.
Lech wurde nach Kriegsende von den USA, denen sie zugesprochen war, am 19.7.1946 übernommen, 1948 an Italien abgegeben, wo das Schiff als Mare Ligure fuhr, um 1949 unter die Flagge Israels als Artsa zu treten, bis sie 1963 in Israel abgewrackt wurde.


Otto Wünsche Otto Wünsche - 1943
Otto Wünsche - Stapellauf 23.5.1940
Otto Wünsche stellte am 6.11.1943 in Dienst und wurde der 27. U-Flottille als Begleitschiff zugeteilt. Eben vor Ende des Krieges im April 1945 kam sie zur 26. U-Flottille, wurde nach dem Kriege Rußland zugesprochen. Zunächst begleitete sie den leichten Kreuzer Nürnberg, das Zielschiff Hessen mit dem Fernlenkboot Blitz, den Zerstörer Z 33, die Torpedoboote T 33 und T 107 im Januar nach Libau, wo diese Schiffe Rußland übergeben wurden. Sie brachte die Besatzung nach Deutschland zurück, um dann selbst abgegeben zu werden. Als Pecora kam sie unter sowjetischer Flagge in Fahrt. Das weitere Schicksal ist unbekannt, möglicherweise ist das schiff in den sechziger Jahren abgewrackt worden.

Saar Saar - 1937
Saar - Stapellauf 5.4.1934
Als Flottentender lief Saar (Kiellegung 19.9.1933) am 5.4.1934 von Stapel und stellte am 1.10.1934 in Dienst. Die Probefahrten waren am 26.11. beendet. Saar war der erste Uboottender. Sie trat zunächst zur Ubootabwehrschule, wo sie zu Navigationsbelehrungsfahrten und als Zielschiff Verwendung fand, dann 1945 zur U-Flottille Weddigen, am 6.10.1937 zur U-Flottille Salzwedel (2. U-Flott.), der sie bis Juli 1940 angehörte. Anschließend war sie bei der 21., 25., 27. und 26. U-Flottille als Beischiff und gegen Ende des Krieges als Wohnschiff des F.d.U. Ost tätig. Saar fiel nach Kriegsende an die USA, die das Schiff am 1.9.1947 in Bremerhafen übernahmen, aber bereits im Oktober in Cherbourg als Reparationsleistung an Frankreich übergaben. Sie wurde in der französischen Marine in Gustave Zede (dies ist der Name eines französischen Ingenieurs, den die Franzosen als den Erbauer des ersten wirklichen Unterseebootes ansehen) umbenannt und zunächst als Führerschiff einer Ujagdgruppe im Mittelmeer, dann als Tender des Mittelmeergeschwaders und letztlich als Führerschiff der Ausbildungsabteilung der Flotte verwendet. Am 15.12.1970 stellte das Schiff außer Dienst, wurde ausgesondert und abgewrackt.
Waldemar Kophamel Waldemar Kophamel - 1940/41

Waldemar Kophamel - Stapellauf 15.5.1939
Das am 15.5.1939 von Stapel gelaufene Schiff stellte am 21.10.1940 in Dienst, wurde zunächst der 27. U-Flottille, ab Februar 1941 der 24. U-Flottille zugeteilt und kam im Februar 1942 wieder zur 27. U-Flottille. Am 18.12.1944 wurde Waldemar Kophamel durch Fliegerbomben in Gotenhafen versenkt, 1949/51 gehoben, anschließend bis 1955 in Rostock repariert und als Kuban unter russischer Flagge erneut in Dienst gestellt.

Weichsel Weichsel - 1938
Weichsel - Stapellauf Mai 1923 als Syra
Der Frachtdampfer Syra der HAPAG, Hamburg, wurde von der Kriegsmarine am 28.8.1936 angekauft und bei den Stettiner Oderwerken, Stettin, zum Ubootstender hergerichtet. Als Weichsel stellte er am 7.4.1937 in Dienst und trat am 4.10.1937 zu der zu diesem Zeitpunkt formierten U-Flottille LOHS, im März 1938 zur U-Flottille Weddigen (1. U-Flott.), später zur 22. U-Flottille. Er wurde nach dem Kriege von Großbritannien beschlagnahmt, fuhr 1945/46 als Royal Rupert, ab 8.2.1946 unter russischer Flagge als Donec.

Wilhelm Bauer - Stapellauf 20.12.1938
Das Unterseebootbegleitschiff Wilhelm Bauer, am 20.12.1938 von Stapel gelaufen, stellte am 30.4.1940 in Dienst. Es wurde nach Erledigung der Probefahrten zunächst bei der Argufront (Technische Ausbildungsgruppe für Front-Uboote), ab Juli 1940 bei der 27. U-Flottille als Beischiff eingesetzt. Kurz vor Kriegsende kam es im März 1945 zur 25. U-Flottille. Nur wenige Tage waren dem Schiff dort vergönnt. Am 8.4. wurde es in Travemünde von Fliegerbomben getroffen und sank. Das Wrack wurde 1950/51 gehoben und anschließend abgewrackt.

Lahn - Stapellauf 21.11.1961
Der am 17.4.1961 auf Stapel gelegte Uboottender wurde bereits am 21.11.1961 seinem Element übergeben. Lahn stellte am 24.3.1964 in Dienst und wurde dem 1. U-Boot-Geschwader zugeteilt, mit dem sie in der Folgezeit an nationalen sowie an NATO-Übungen und Manövern teilnahm.
Lahn Lahn - September 1967
Außer in Heimatgewässern fanden diese Übungen weitgehend in dänischen und norwegischen Gewässern statt, aber auch in französischen, belgischen und niederländischen Hoheitsgebieten mit entsprechenden Aufenthalten in dortigen Häfen.
Als besondere Ereignisse sind zu erwähnen:
Am 11.12.1967 nahm sich an Bord Lahn der Kommandant, KK Freytag, das Leben. Während der Depotinstandsetzung, bei der HDW in Hamburg 16.1.bis 19.12.1975 (einschl. Arsenalvor- und Nachlauf) brach an Bord im Kraftwerk VIII ein Brand aus. Im April 1979 übernahm der Tender die fünfköpfige Besatzung des gekenterten dänischen Motorschiffes Minde. Vom 2.5. bis 4.7.1979 führte Lahn eine Übungsreise in das Mittelmeer durch, wobei Salamis, Civitaveccia und Cartagena besucht wurden. Im ersten Halbjahr 1980 fand bei den Flandernwerken in Lübeck erneut eine Depotinstandsetzung statt.


Lech Lech - um 1977
Lech - Stapellauf 4.5.1962
Am 20.7.1961 wurde für den zweiten Uboottender der Kiel gestreckt. Am 4.5.1962 fand der Stapellauf, am 8.12.1964 die erste Indienststellung statt. Lech wurde neben Lahn dem 1. U-Boot-Geschwader als Tender zugeteilt. Im September 1967 wurde die Besatzung reduziert, und es begannen die Vorbereitungen für die Außerdienststellung, die am 29.3.1968 stattfand. Für die nächsten Jahre lag Lech am Marinearsenal Wilhelmshafen, wurde später der Reserve-Flottille zugeteilt und einkokoniert.
Am 23.8.1974 wurde Lech nach Hamburg geschleppt, um anschließend bei den HDW einer Depontinstandsetzung unterzogen zu werden und am 21.2.1975 für das 3. U-Boot-Geschwader in Dienst zu stellen. Neuer Heimathafen war Eckernförde. Lech nahm in der Folgezeit an den Übungen des Geschwaders, an nationalen und multinationalen Übungen und Manövern teil.

 

Main
Tender Main der Klasse 404 (Elbe Klasse). Von 1993 bis 1994 wurden sechs Einheiten zur Versorgung von Schnellbooten, Minensuchbooten und U-Booten gebaut.

 

Flottendienstboot Alster Flottendienstboot Alster
Flottendienstboote
Die Flottendienstboote der OSTE-Klasse sind als hocheffiziente Frühwarn-, Fernmelde- und Aufklärungseinheiten konzipiert. Sie können sowohl auf sich allein gestellt als auch im Wirk- und Kommunikationsverbund mit anderen Einheiten und Dienststellen deutscher und internationaler Streitkräfte operieren.
Sie sind mit hochmodernen, elektromagnetischen, hydroakustischen und elektro-optischen Ortungsgeräten ausgestattet und sind in der Vergangenheit bereits mehrfach mit großem Erfolg für Aufgaben der strategischen Informationsgewinnung in Krisengebieten eingesetzt worden.
Die Flottendienstboote der OSTE-Klasse wurden in den Jahren 1988 und 1989 in Dienst gestellt. Mit ihrem Fahrbereich von über 5.000 Seemeilen sind sie für längere Aufklärungseinsätze ausgelegt. Zusätzlich zur Stammbesatzung können lage- und auftragsabhängig Fernmeldepersonal und Spezialisten für die elektronische Aufklärung eingeschifft werden.
Die Deutsche Marine unterhält derzeit drei Flottendienstboote: A52 OSTE, A53 OKER und A50 ALSTER. Die Boote unterstehen der Ubootflottille mit Standort in Eckernförde.

"Technische Daten"

Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 83,5 m / 14,6 m / 4,2 m
Einsatzverdrängung: 3.200 t
Geschwindigkeit: 21 kn
Antriebsanlage Leistung: 6.600 kW (8.980 PS)
Besatzung 36 Soldaten + 40 teilstreitkraftübergreifende Soldaten

Einheiten, Geschwader und Standorte
A 50 ALSTER 1. Ubootgeschwader in Eckernförde
A 52 OSTE 1. Ubootgeschwader in Eckernförde
A 53 OKER 1. Ubootgeschwader in Eckernförde


+++Bei einigen Schiffen kann ich keine Angaben zum weitern Verbleib machen, da mir hier die Informationen fehlen+++

 

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