|
Ein altes Gerät, das neue Hoffnung weckte
Der Schnorchel, der getauchten U-Booten ermöglichte, Frischluft anzusaugen, war weder eine deutsche Erfindung noch etwa eine neue Idee. Schon im Jahre 1897 lief in einem primitiven amerikanischen Unterseeboot die Verbrennungsmaschine unter Wasser weiter, wenn Luft von der Oberfläche durch einen Schlauch angesaugt wurde. Die Beweglichkeit des U-Bootes war jedoch stark eingeschränkt, denn das obere Ende des Schlauches wurde mittels eines Floßes über Wasser gehalten.
In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts experimentierte die niederländische Marine mit Luftrohren, die verschließbar waren, wenn die U-Bootfahrer tiefer tauchen wollten und ihre Dieselmotoren abstellten. Als die Deutschen die Niederlande überrannten, fanden sie diese Schnorchel und begannen 1943 - veranlaßt durch die sich verschlechternde Lage auf See - ähnliche Geräte herzustellen. In den von den Alliierten beherrschten Seegebieten hatte ein mit Schnorchel ausgerüstetes U-Boot eine Überlebenschance - wenn vielleicht nur das.
Normalerweise hielt sich ein solches U-Boot bei Tage in einer Tiefe von ungefähr 50 Metern auf, um nicht entdeckt zu werden. Bei Anbruch der Nacht tauchte es dann bis kurz unter die Oberfläche auf und fuhr den Schnorchel aus, bis dessen Kopfventil eben über die Wellen ragte. Auf den Booten des Typs VII war der Schnorchel umklappbar; der Typ XXI besaß schon ein ausfahrbares Modell. Beim Auftauchen gab ein Schwimmerventil den Luftstrom frei, der über einen Lüfter ins Boot gesogen wurde. Die Dieselmotoren wurden angelassen und die Batterien des U-Bootes für die nächste tiefgetauchte Unterwasserfahrt aufgeladen.
Schnorcheln erforderte ein Fahren mit Umsicht und Behutsamkeit. Tauchte das U-Boot zu tief unter die Oberfläche, dann schloß sich das Kopfventil, und die Diesel saugten die Luft aus dem Boot. Der entstehende Unterdruck konnte das Trommelfell der Männer schädigen. Lief hingegen das Boot zu flach, konnte der Schnorchel entdeckt werden, was einen Hagel von Wasserbomben nach sich zog.
Theoretisch brauchte ein mit Schnorchel ausgerüstetes U-Boot in See niemals aufzutauchen; ein Unterseeboot legte eine Feindfahrt von 69 Tagen nur getaucht zurück. Allerdings hielten nur wenige deutsche Kommandanten ihre Boote auch nur annähernd so lange unter Wasser; diejenigen, die den Schnorchel hatten, zogen aber den höchstmöglichen Nutzen daraus.
Auf den U-Booten des Typs XXI überragte das Seerohr den Schnorchel, damit das Blickfeld uneingeschränkt blieb. Ansaugrohr und Auspuff hatten getrennte Rohre, die im Schnorchelkopf verbunden waren, um ihnen Halt zu geben. Der Schnorchelkopf trug eine Beschichtung aus synthetischem Gummi, die Radarstrahlen verschluckte und damit die Ortung des Bootes durch den Feind erschwerte.
Zurück bitte auf den Pfeil klicken
|
|