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Faszination? U-Boot - Die Anfänge

 
Faszination? U-Boot

© by Time Life Bücher / Buchreihe-Die Seefahrer / Band-Die Unterseeboote / © by Webmaster
 

Geschichte des deutschen Ubootbaus bis 1914
Außer der spärlichen Erwähnung von Tauchgeräten in der Literatur des Mittelalters sind Angaben über Arbeiten auf dem Gebiet der Entwicklung von Fahrzeugen mit Tauch- und Unterwasserbewegung etwa von der Mitte des 15. Jahrhunderts ab überliefert. So hatte sich bereits Leonardo da Vinci gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit der Konstruktion von unter Wasser zu bewegenden Booten beschäftigt. Doch sind seine technischen Unterlagen darüber nicht mehr vorhanden. Die bekannten Pläne, Modelle und Einzelbauten bis in das 19. Jahrhundert hinein lassen erkennen, daß sie nicht Grundlage für praktisch durchführbare Unterwasserfahrten gebildet haben konnten.

U 1 -  Erstes U-Boot der Kaiserlichen Marine U 1, erstes U-Boot der Kaiserlichen Marine.
Die technische Entwicklung bei den Seemächten auf dem Gebiet der U-Boote wurde von der Kaiserlichen Marine von Anfang an mit Aufmerksamkeit beobachtet. Aber erst 1890 beauftragte sie ihre Werften in Kiel und Danzig mit dem Bau je eines U-Bootes mit Dampf-/Elektroantrieb nach 1885 von dem schwedischen Konstrukteur Nordenfelt erworbenen Lizenzen (Länge ca. 35 m, Breite ca. 3,65 m). Sie erhielten die Bezeichnungen U 1 bzw. W 1 und U 2 bzw. W 2 und sollen 1890, den Torpedobooten zugeteilt an Manövern in der Nordsee teilgenommen haben. Ein Jahr darauf baute die Howaldt Werft, Kiel, ein Versuchsboot mit Elektroantrieb nach eigener Entwicklung (Länge ca. 31 m, Breite ca. 3 m). Da es die interne Bezeichnung U 3 oder U 5 erhielt, ist anzunehmen, daß es Vorläufer hatte, seien es auch nur Entwürfe gewesen. 1897/98 baute dieselbe Werft ein Boot mit akkugespeistem Motorantrieb unter der Baunummer 333 (Länge ca. 14 m, Breite ca. 2,4 m). Probefahrten sollen jedoch nicht stattgefunden haben. 1901 erfolgte bei Howaldt der Bau eines weiteren U-Bootes, von dem die Bezeichnung Typ 4 und Probefahrten mit Werftbesatzung in der Kieler Förde überliefert sind. Im folgenden Jahr baute sie ein weiteres Boot mit der Bezeichnung Typ 5.
1902 ging die Firma Friedrich Krupp, Essen, einen bedeutsamen Schritt weiter, in dem sie für die neu erworbene Germania-Werft, Kiel, den Konstrukteur d'Equevilley mit Erfahrungen im französischen Ubootbau für Entwicklung und Fertigung solcher Fahrzeuge einstellte. Daraufhin begannen dort für eigene Rechnung im Juli die Arbeiten an einem Versuchsboot, das den Namen Forelle erhielt (Länge 13 m, Breite 2,8 m), mit dem im Juni 1903 die ersten Probefahrten stattfanden.
Erst die Ergebnisse der Erprobungen der Forelle und die Bestellung Rußlands bei der Germania-Werft auf 3 U-Boote veranlaßte das Reichsmarineamt, die bisherige Zurückhaltung aufzugeben. Diese Werft erhielt am 3.12.1904 die Bestellung auf ein U-Boot gleicher Konstruktion unter Berücksichtigung notwendiger technischer Änderungen. Am 4.8.1906 konnte dieses zu Wasser gelassen und im September mit Werfterprobungen begonnen werden. Im November erhielt es von der Kaiserlichen Marine die Bezeichnung U 1 (Bild oben links) und wurde am 14.12. von dieser übernommen. Eine bald nach der Indienststellung unternommene Probefahrt um Skagen herum (300 sm) verlief einwandfrei. Im Herbst 1904 wurde auch im Reichsmarineamt mit der Projektierung von U-Booten und Versuchen begonnen und, um hinsichtlich Konstruktion und Kosten nicht von Privatwerften anhängig zu sein, am 4.3.1906 die Kaiserliche Werft Danzig mit dem Bau von U 2 beauftragt. Dieses U-Boot lief dort am 18.6.1908 vom Stapel, die Übergabe an die Marine konnte jedoch wegen Schwierigkeiten bei der Motorenfertigung erst am 18.7. erfolgen.
Organisatorisch waren die U-Boote zunächst der Inspektion des Torpedowesens zugeordnet. Dem Kommandanten des Spezialschiffes Vulkan wurden ab 1.10.1909 alle im Dienst befindlichen Boote unterstellt. Der U-Flottille wurde am 2.7.1912 der kleine Kreuzer Hamburg als Führerschiff zugeteilt. Im gleichen Jahr unternahm diese zur Ausdauer-Erprobung eine Fahrt bis zur englischen Ostküste, die dort nicht verborgen blieb und von den Briten in ihrer Bedeutung erkannt wurde. Der zunehmende Ausbau der Ubootwaffe führte am 15.3.1914 zur Bildung der Inspektion des Ubootwesens unter Kapitän zur See Nordmann.
Im Juli 1914, einen Monat vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, schrieb Admiral Sir Percy Scott einen prophetischen Brief an die Londoner Times:
"Selbstverständlich ist jeder Krieg barbarisch. Aber im Kriege ist es nun einmal das erklärte Ziel des Feindes, seinen Gegner zu vernichten, und um dies zu erreichen, wird er ihn an seiner verwundbarsten Stelle angreifen. Unsere verletzlichste Stelle ist der Nachschub an Lebensmitteln und Erdöl. Das Unterseeboot hat eine neue Methode eingeführt, diesen Nachschub anzugreifen. Werden Gefühle der Menschlichkeit unseren Feind davon abhalten, sie anzuwenden?"

"Der Erste Weltkrieg brach am 1. August 1914 aus"

      "England erklärte Deutschland am 4. August den Krieg"


In Deutschland löste der erste Krieg gegen Dänemark um Schleswig-Holstein 1848/51 zwei Bestrebungen für Unterwasserfahrten aus, eine von dem preußischen Geometer Gustav Winkler in Halberstadt, die zweite von dem bayerischen Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer.


Der U-Boot-Entwurf von Gustav Winkler
Im vierten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts konstruierte der preußische Regierungs-Geometer Gustav Winkler aus Halberstadt - erstmalig in Deutschland - ein Tauchboot für militärische Zwecke. Die technischen Unterlagen reichte er seiner Regierung ein, wurde von dieser jedoch an die Nationalversammlung in Frankfurt/M. verwiesen. Daraufhin wandte er sich an deren Marine-Ausschuß, der dieses Thema auf einer Sitzung am 11.9.1848 behandelte.
Das Fahrzeug, nach dem Entwurf etwa 6 m lang und etwa 1 m breit, mit einem Rauminhalt von 70 Kubikfuß, sollte durch eine Dampfmaschine mit Gasfeuerung angetrieben werden, die mit präparierter Baumwolle zu speisen war. Auch ein Tauch- und Manövriersystem war vorgesehen. Die Ansteuerung des gegnerischen Schiffes sollte halbgetaucht erfolgen, der eigentliche Angriff jedoch unter Wasser durch Befestigung einer Sprengladung, die von notwendigem Abstand vermittels abrollbarer Schnur zu zünden war. Die knappen Geldmittel der Regierung des Deutschen Bundes ließen jedoch nicht einmal den Bau eines Versuchsbootes zu. Die Absicht des Konstrukteurs, die dänische Blockade zu bekämpfen, kam daher nicht zum Tragen.
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Der Brandtaucher von Wilhelm Bauer
Brandtaucher von Wilhelm Bauer
Modell des Brandtauchers von Wilhelm Bauer im Deutschen Museum, München, hergestellt 1908 von Modellbauer Marx des Museums für Meereskunde, Berlin.
Unabhängig von Gustav Winkler war der Unteroffizier Wilhelm Bauer im bayerischen 1. Artillerie-Regiment "König" bei der militärischen Bedeutung der Verbindungsbrücke von Sonderburg/Alsen nach den auf das Westufer des Alsen-Sundes vorgeschobenen Düppel-Befestigungen zu Überlegungen gekommen, den Rückzug der dänischen Truppen zur Insel durch Zerstörung dieser Brücke unter dem Wasserspiegel zu verhindern. In seiner Garnison Ingoldstadt begann er mit der technischen Entwicklung, sowie Erstellung und Fertigstellung für ein solches Fahrzeug.
Nach der Kommandierung zu einer Truppe in Heiligenhafen erregte Bauer die Aufmerksamkeit des Oberbefehlshabers der schleswig-holsteinischen Truppen, General v. Willisen, worauf nach Sammlung freiwilliger Spenden auf den Werften Karl Holler, Rendsburg, bzw. Scheffel & Howaldt, Kiel, ein solches U-Boot gebaut wurde. Bauer prägte für dieses in Anlehnung an den Begriff Brander die Bezeichnung "Brandtaucher" (Bild oben links). Schon die Probefahrten auf der Kieler Förde veranlaßten die dänischen Kriegsschiffe, ihre Blockadelinie bei Friedrichsort weiter seewärts zu verlegen. Aus Geldmangel vorgenommene technische Änderungen und Nachlässigkeiten der Bauwerft hatten bei der Abnahmefahrt am 1.2.1851 zur Folge, daß der Brandtaucher auf den Boden der Kieler Förde sank, die Besatzung sich jedoch retten konnte.
1887 wurde der Brandtaucher beim Bau des Torpedohafens bei Ellerbeck entdeckt, am 5.7. gehoben, auf der Kaiserlichen Werft Kiel überholt, danach vor der Marine-Akademie aufgestellt und 1906 dem Museum für Meereskunde in Berlin übergeben. Dort hat er im II. Weltkrieg die Zerstörung der Gebäude durch Luftangriffe unbeschädigt überstanden.

 

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