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Faszination? U-Boot - Altertum

 
Faszination? U-Boot

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Vordringen in eine fremde Sphäre
Kaum hatte der Mensch gelernt, zur See zu fahren, begann er zweifellos auch schon, von der Eroberung der Tiefe zu träumen. In mehreren antiken Chroniken sind diesbezügliche, jedoch unsichere Hinweise enthalten. Im fünften vorchristlichen Jahrhundert erzählte Herodot von einem griechischen Taucher namens Scyllias, der "sich bei Aphetes in die See warf und erst bei Artemisium wieder an die Oberfläche kam" - in einer Entfernung von gut 14 Kilometern. Heredot fügte hinzu: "Ich kann nur annehmen, daß er die Strecke in einem Fahrzeug zurücklegte". Knapp ein Jahrhundert später sollen Höflinge Alexanders des Großen eine tauchfähige Tonne aus Glas gebaut haben (Bild unten links), damit er die Geheimnisse der unterseeischen Welt sehen könne.
Alexander der Große
Auf dieser Darstellung aus dem Mittelalter unternimmt Alexander der Große alleine eine Tauchfahrt. Nach einem anderen Bericht soll er zwei Zeichner mitgenommen haben.
Eingeschlossen in den Behälter, konnte Alexander an Seilen abgesenkt und heraufgeholt werden und mußte beim Atmen mit dem beschränkten Luftvorrat auskommen.
Zu Zeiten der Renaissance begannen Wissenschaftler die grundlegenden physikalischen Gesetze zu formulieren, deren Kenntnis in späteren Zeitläufen ausgedehnte Unterwasserfahrten ermöglichen sollten. Im 16. Jahrhundert entwickelte der engliche Mathematiker William Bourne den Gedanken eines Tauchfahrzeuges mit veränderlichen Luftkammern, die die Wasserverdrängung des Fahrzeuges so regulieren, daß es "unter Wasser gehen möge bis zum Grunde und ebenso, ganz nach Willen, wieder aufsteigen könne".
Das erste Unterwasserfahrzeug soll ein lederüberzogenes Holzruderboot gewesen sein. Es wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von dem holländischen Erfinder Cornelis Drebbel in England gebaut. Das Schiff soll laut überlieferten Aussagen von Augenzeugen auf mehreren mehrstündigen Fahrten zwölf Ruderer und mehrere Passagiere unterhalb der Wasseroberfläche der Themse befördert haben. Zur Aufrechterhaltung der Sauerstoffversorgung des Unterseebootes während des Unterwasseraufenthaltes soll Drebbel Luftröhren benutzt haben, die an Flößen auf der Wasseroberfläche befestigt waren.
Zwei Amerikaner, David Bushnell und Robert Fulton, bahnten, ausgehend von Bournes Entwurf, der militärischen Verwendung von Unterseebooten den Weg. Sie sahen dabei auch Möglichkeiten eines Unterwasserantriebes für die waagerechte Fortbewegung vor. Bushnells Tauchboot, die Turtle, stieg und sank mittels eines handbedienten Wasserventils, welches, verbunden mit einer Pumpe, die Wasserverdrängung des Schiffes regelte. Bleigewichte hielten das Boot aufrecht. Da ihm eine Unterwassersauerstoffversorgung fehlte, konnte es nur eine halbe Stunde unter Wasser bleiben. Die Turtle fuhr 1776, angetrieben mit einer per Handkurbel bewegten Schiffsschraube, im Hafen von New York, wo sie versuchte, ein englisches Kriegsschiff mit einem Faß Schießpulver und Zeitzünder zu versenken. Wegen starker Strömung schlug der Versuch fehl. Im Jahr 1800 baute der amerikanische Erfinder Robert Fulton ein 6,4 Meter langes Unterseeboot mit Namen Nautilus, das dem modernen Unterseeboot in der Form ähnlich war. Bei diesem Fahrzeug führte Fulton zwei bedeutende Neuerungen ein: Ruder zur Seiten- und Tiefensteuerung sowie Druckluft als Sauerstoffversorgung unter Wasser. Beim Tauchen wurde die Nautilus von einer handbetriebenen Schiffsschraube mit vier Flügeln angetrieben. Über Wasser trieben Segel an einem klappbaren Mast das Boot an.
Im Verlauf des amerikanischen Bürgerkrieges baute man in den konföderierten Staaten tauchfähige Boote zum Einsatz gegen die Seeblockade der Unionsstaaten. 1864 vernichtete in Charlston (South Carolina) ein Unterseeboot der Konföderierten das USS (US-Schiff) Hunley. Allerdings wurde die Housatonic bei diesem Angriff durch die Explosion selbst zerstört.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden viele Anstrengungen unternommen, um ein geeignetes Mittel für den Antrieb von Unterseebooten zu finden. Erfinder experimentierten dabei mit Druckluft, Dampf und Elektrizität als Energiequellen. Das erste einsatzfähige Unterseeboot mit einer wirkungsvollen Energiequelle wurde vom amerikanischen Erfinder John Philip Holland entwickelt. Es hatte ein Zweifachantriebssystem. 1898 vom Stapel gelassen, verwendete sein Unterseeboot über Wasser einen Benzinmotor und für die Fahrt unter Wasser einen Elektromotor. Das insgesamt 16,2 Meter lange Boot wurde von der US-Regierung 1900 käuflich erworben und USS Holland getauft.
Der amerikanische Ingenieur Simon Lake trug mit verschiedenen Erfindungen zur Entwicklung des modernen Unterseebootes bei. Zu seinen Entdeckungen zählt vor allem der Entwurf zur Technik des freien Flutens von 1898. In Deutschland wurde 1906 erstmals ein Dieselmotor in ein Unterseeboot eingebaut. Mit der Entwicklung des Periskops und des Torpedos mit Eigenantrieb wurde das Unterseeboot zu einem wichtigen Faktor in der Seekriegsführung. Zum ersten Mal wurde die Wirkung des Unterseebootes als Waffe im 1. Weltkrieg deutlich, als in großem Umfang deutsche Unterseeboote gegen Kriegs- und Handelsschiffe der Alliierten eingesetzt wurden. Aufgrund dieser Erfolge kam es zur Entwicklung von Wasserbomben. Zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg wurden an der Form und an der Funktionsweise es Unterseebootes Verbesserungen vorgenommen. Für die Kommunikation und für das Aufspüren feindlicher Schiffe wurden Unterwasserschallgeräte entwickelt. Rettungsgeräte, wie z.B. das Leichtgewichtbeatmungsgerät, die so genannte Momsen-Lunge, wurden Bestandteil der Standartausrüstung der Mannschaften für Notfälle.
Im 2. Weltkrieg hatte ein typisches US-Unterseeboot an der Wasseroberfläche eine Geschwindigkeit von etwa 18 Knoten, wobei Dieselmotoren benutzt wurden. Unter Wasser erreichte es mit Hilfe der Elektromotoren eine Geschwindigkeit von acht Knoten. Beim Unterwasserantrieb war der Aktionsradius eingeschränkt. Die elektrische Energie wurde aus Akkumulatorenbatterien gewonnen. Dadurch war das Unterseeboot gezwungen, in bestimmten Abständen wieder aufzutauchen, um die Batterien aufzuladen. Während des 2. Weltkrieges entwickelte die deutsche Marine den Schnorchel. Er besteht aus einer langen Röhre, die bis über die Wasseroberfläche reicht. In der Röhre sind Einlasskanäle, um Frischluft zum Dieselmotor zu führen, und Auslasskanäle, um die Abgase des Dieselmotors abzuleiten. Dadurch war die Unterwasserfahrt mit Hilfe des Diesels möglich, wenn auch nur in geringen Wassertiefen. Natürlich ließen sich so auch die Batterien während der Unterwasserfahrt aufladen. Damit wurde der Aktionsradius des Unterseebootes unter Wasser deutlich vergrößert. 1950 stellte ein mit einem Schnorchel ausgerüstetes Unterseeboot einen Streckenrekord für das Fahren unter Wasser auf. Es fuhr von Hongkong nach Honolulu, also über eine Entfernung von 8 370 Kilometern. Ein neuer Rumpftyp wurde mit dem USS Albacore eingeführt (Stapellauf 1953). Diese tropfenförmige Rumpfkonstruktion erwies sich als sehr erfolgreich zum Erreichen höherer Geschwindigkeiten unter Wasser. Bei fast allen späteren Unterseebooten verwendete man diese Konstruktion. 1954 ließ die britische Marine das Unterseeboot HMS Explorer vom Stapel, das mit Wasserstoffperoxid angetrieben wurde. Dadurch erhöhte man den Aktionsradius unter Wasser.

 

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