Geschichtlicher Überblick
(Fortsetzung)
IV. Die Reichs- und Kriegsmarine 1919 bis 1945
1. Zusammenbruch und Überleben 1919 bis 1920
Durch den Ausgang des I. Weltkrieges wurde die von Kaiser Wilhelm II. besonders geförderte Marine praktisch auf den Nullpunkt zurückgeworfen. In der öffentlichen Meinung entstand daher die Frage nach ihrem Wert in der Vergangenheit überhaupt, zumal die Erfahrungen aus den zwei Kriegen um Schleswig-Holstein mit der Blockade der deutschen Küsten durch die Marine des kleinen dänischen Königreiches längst in Vergessenheit geraten waren. Die Kaiserliche Marine konnte den Krieg für Deutschland nicht entscheidend beeinflussen.
Durch die Ablieferung nahezu aller Kriegsschiffe war die materielle Substanz der Marine fast vernichtet; durch die Folgen der Revolution und die immer noch nicht behobenen Gegensätze zwischen Mannschaften, Unteroffizieren, Deckoffizieren und Offizieren hatte sich der innere Zusammenhalt bis auf einen geringen Rest aufgelöst.
Der Kommando- und Verwaltungsapparat war nur noch sehr bedingt intakt. Den bisherigen Kommandoinhabern war durch die Soldatenräte die Befehlsgewalt genommen worden, sie hatten ihre Posten verlassen müssen oder waren abgesetzt worden.
Von den ursprünglichen Immediatstellen der Marine war nur das Reichsmarineamt vollkommen intakt und arbeitsfähig geblieben, zumal auch der Staatssekretär, Vizeadmiral Ritter v. Mann Edler v. Tiechler, im Amt verblieb. Das R.M.A. fungierte nun im Auftrage Friedrich Eberts als Zentralbehörde und Spitze der Marine.
Das erste Führungsproblem ergab sich mit dem Ausscheiden Ritter v. Manns. Als Nachfolger wurde von FK Reader der in der Marine sehr angesehene KAdm. Adolf v. Trotha vorgeschlagen. Am 26.3.1919 erfolgte offiziell die Ernennung v. Trothas zum »Chef der Admiralität«, einer Behörde, in die das R.M.A. einschließlich des Restbestandes des Admiralstabs offiziell erst am 15.7.1919 umbenannt wurde.
Am 16.4.1919 hatte die Nationalversammlung das Gesetz über die Bildung der »Vorläufigen Reichsmarine« mit den Stimmen der SPD verabschiedet. Nur die linksradikale USPD stimmte dagegen. Damit war aber eine aktive Wirkungsmöglichkeit für die Zukunft noch nicht gegeben, auch wenn das Gesetz bereits einige Aufgaben der Marine aufführte, denn noch waren die Friedensbedingungen nicht bekannt. Die Tagesaufgaben der Admiralität bestanden in dieser Zeit weitgehend in der Bearbeitung von Abrüstungs- und Auslieferungsfragen, Fragen der Entlassung und Weiterverwendung von Marineangehörigen sowie der Aufstellung von Freiwilligenverbänden (Minensuch- und Sicherungsverbände) als auch für an Land einzusetzende Verbände, da die Regierung dringend zuverlässiger Truppen bedurfte, um kommunistischen Aufständen begegnen und für Ordnung sorgen zu können.
Das erste größere schwerwiegende Ereignis in dem Zeitabschnitt v. Trothas war die Versenkung der in Scapa Flow internierten Kriegsschiffe auf Befehl des Verbandsführers, KAdm. v. Reuter, am 21.6.1919. Diese Maßnahme hatte für die Marine insofern Folgen, als die Alliierten jetzt, wenn auch nur als Vorwand, noch die Auslieferung der als Stamm für den Wiederaufbau vorgesehenen Linienschiffe der Nassau-Klasse und der modernen Kleinen Kreuzer neben Schleppern, Schwimmdocks usw. forderten.
Der Friedensvertrag, tatsächlich ein Friedensdiktat, unterzeichnet am 28.6.1919, beschränkte die Marine personell auf 15 000 Mann, materiell auf
6
ältere Linienschiffe,
6
Kleine Kreuzer,
12
Zerstörer und
12
Torpedoboote.
Folgende Reserveeinheiten wurden später (26.3.1920) durch die alliierte Botschafterkonferenz noch anerkannt:
2
Linienschiffe,
2
Kleine Kreuzer,
4
Zerstörer und
4
Torpedoboote.
Weiterhin wurden durch die Botschafterkonferenz der ehemaligen Gegner noch zugestanden, da im Vertrag nicht berücksichtigt, u.a. Minensuchboote und Schulboote. Nicht besitzen durfte die Marine U-Boote und Flugzeuge. Es wurde gleichzeitig die Wasserverdrängung begrenzt, desgleichen der Zeitpunkt eines frühestmöglichen Ersatzbaues, also
Gepanzerte Schiffe
bis 10 000 Tonnen nach 20 Jahren,
Leichte Kreuzer
bis 6 000 Tonnen nach 20 Jahren,
Zerstörer
bis 800 Tonnen nach 15 Jahren,
Torpedoboote
bis 200 Tonnen nach 15 Jahren.
Eine nähere Definition, wie die Wasserverdrängung zu berechnen sei (dies ist in den einzelnen Marinen unterschiedlich), war in dem Vertrag nicht gegeben, eine Tatsache, die sich Deutschland später zunutze machte.
Alle bisher geleistete Arbeit drohte nun der Kapp-Putsch vom 13.3.1920 zunichte zu machen. KAdm. v. Trotha wurde am 22.3.20 seines Postens enthoben und der Chef des Marine-Kommando-Amtes, KAdm. William Michaelis, m.W.d.G. des Chefs der Admiralität beauftragt. Die Existenz der Marine war erneut in Frage gestellt.
Am 25. und 27. Mai konnten in Wilhelmshaven und Kiel KAdm. Zenker bzw. KzS Frhr. v. Gagern den Dienst als Stationschefs antreten und auch alle übrigen Offiziere ihren Dienst wieder aufnehmen.
2. Konsoldierung und Wiederaufbau 1920 bis 1939
Mit der Ernennung von VAdm. Behncke zum Chef der Admiralität/Marineleitung (31.8.1920 - Amtsübernahme 3.9.20) begann für die Reichsmarine eine Zeit der Ruhe, der organisatorischen Konsoldierung und eines Ausgleichs innerhalb des Seeoffizierkorps und des Marinepersonals im Ganzen.
Der Reichstag verabschiedete am 23.3.1921 das neue Wehrgesetz; damit war der »vorläufige« Status beendet. Am 1.1.1922 wurde die neue Kriegsflagge
(Schwarz-Weiß-Rot mit Eisernem Kreuz in der Mitte und im linken Obereck die Farben Schwarz-Rot-Gold) gesetzt.
Bis zu diesem Zeitpunkt fuhr die Marine noch unter der Kaiserlichen Kriegsflagge.
Noch vor Jahresende führte die politische Lage am 26.9.23 zur Übertragung der Exekutive im Reich auf den Reichswehrminister und mit Wirkung vom 8.11.23 auf den Chef der Heeresleitung, General v. Seeckt. Heer und Marine waren und fühlten sich in dieser innenpolitischen Krise als Hüterin der Verfassung.
Kleiner Kreuzer Hamburg 1926 bei der Ausreise mit der Hamburger Staatsflagge
|
Die Marine konnte die Hamburger Polizei durch ein Landungskorps des Kreuzers Hamburg bei dem Kommunistenaufstand am 22./24.10.23 unterstützen und ihre militärische Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.
Noch unter Behncke war der Aufbau der Seestreitkräfte, diese hatten zunächst den Stationskommandos Ost- bzw. Nordsee unterstanden, soweit fortgeschritten, daß mit Wirkung vom 15.10.23, unter einem dem Chef der Marineleitung unterstellten Admiral, ein Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte ernannt wurde (VAdm. Zenker), eine Dienststellung, die man am 1.4.25 in »Flottenchef« umbenannte.
Nach vierjähriger Tätigkeit an der Spitze der Marine schied Admiral Behncke am 30.9.24 aus. Er konnte bei seinem Abgang feststellen, daß es ihm gelungen war, nach den Erschütterungen der Revolution und des Kapp-Putsches und trotz veralteten Schiffsmaterials und harter Friedensbedingungen ein homogenes Offizierkorps zu schaffen, das seine Tätigkeit staatstragend sinnvoll darin sah, das Können und Wissen des Berufes weiterzutragen und zu entwickeln und damit zu einem wieder geachteten Deutschen Reich mit von neuem belebtem Handel und moderner Handelsflotte unter Aufhebung diskriminierender Beschränkungen beizutragen.
Nachfolger Behnckes wurde Admiral Hans Zenker, ein gleichfalls im Einsatz als Kommandant Von der Tann, in Stabsstellung und als Stationschef und Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte bewährter Offizier, der nun schon konsolidierte Verhältnisse vorfand. Die Organisation war inzwischen eingespielt, die Marineleitung auf das erforderliche Maß verkleinert, der Schwerpunkt der Marine wieder weg vom Land auf die See gerichtet. Zenker übernahm den schon von Admiral Behncke in die Tat umgesetzten Gedanken der Auslandsreisen deutscher Kriegsschiffe. Auch wenn Deutschland zunächst nur veraltete Schiffe nach Übersee entsenden konnte, erwiesen sich diese Auslandsreisen als in jeder Hinsicht positiv.
Besonderes Gewicht legte Zenker auf Erziehung zur Verantwortung, Ehrgefühl, Pflichtgefühl, Kameradschaft und Berufsfreude.
Panzerschiff Deutschland
19.5.1931/Deutsche Werke, Kiel - Neubau Panzerschiff »A«
Typschiff der Deutschland-Klasse
Schwesternschiffe: Admiral Scheer und Admiral Graf Spee
Nach der Rückkehr aus dem Atlantik am 15. November 1939 auf Anordnung Hitlers in Lützow umbenannt
|
Unter Admiral Zenker konnte auch an den Ersatz des veralteten Schiffsmaterials gegangen werden. Ende 1924 wurde der Bau des ersten Torpedobootes (spätere Möwe) genehmigt, 1925 weitere 5 und 1926 weitere 6 Torpedoboote. Der Kreuzer Emden trat 1925 zur Flotte. Im selben Jahr wurde vom Reichstag dem Bau des späteren Kreuzers Königsberg, 1926 der Karlsruhe und Köln und 1928 der Leipzig zugestimmt. Auch das Problem des Neubaus des Panzerschiffes »A«, der späteren Deutschland, fiel in Zenkers Zeit. Unter seiner Verantwortung ist das Panzerschiff in der dann ausgeführten Form konstruiert und in Auftrag gegeben worden.
Beendet wurde die Ära Zenker durch die sog. »Lohmann-Affäre«.
»KzS Walter Lohmann, seit März 1918 Dezernent, ab 1920 Abt. Chef d. Seetransportabt. in der ML, dessen persönliche Integrität nicht in Zweifel gezogen wurde, hatte aus dem Ruhrfonds, aus Etatmitteln und durch Aufnahme von Krediten Maßnahmen ergriffen, die u.a. dazu dienen sollten, der Marine weiterhin Zugang zu nach dem Versailler Vertrag verbotenen Waffensystemen zu erhalten u.a.m., zumindest also Maßnahmen am Rande der Legalität. Das Haushaltsrecht war verletzt, Gelder in privat-wirtschaftliche Unternehmen geflossen und insgesamt 26 Millionen Mark zu Lasten der Reichskasse verloren.«
Hierdurch kam die Marine erneut vorübergehend in ein Zwielicht, was ihr seit 1920 mühsam aufgebautes Ansehen schädigte. Als Folge der Lohmann Affäre trat Reichswehrminister Dr. Geßler im Januar 1928 zurück (General a.D. Gröner wurde sein Nachfolger) und schied Admiral Zenker am 30.9.1928 aus.
Zum Nachfolger Zenkers berief der Reichspräsident den bisherigen Chef der Marinestation der Ostsee, Admiral Dr. h.c. Erich Raeder, eine energievolle Persönlichkeit, die schon in jungen Jahren durch Arbeitsintensität und Können aufgefallen war.
Unter Raeders straffer Führung wurde die Konsoldierung endgültig erreicht. Unter ihm wurden weitere alte Schiffe durch Neubauten ersetzt.
Raeder blieb Chef der Marineleitung, nachdem Hitler Reichskanzler geworden war.
Am 16.3.1935 wurde die Allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt, am 1.6.1935 die Marineleitung in Oberkommando der Kriegsmarine umbenannt. Am 18.6.1935 wurde das deutsch-britische Flottenabkommen geschlossen, damit die Einschränkung des Versailler Vertrages hinfällig und Deutschland der Bau einer Flotte bis zu 35 Prozent der britischen zugestanden.
Die politische Führung steuerte inzwischen einen immer risikoreicheren Kurs. Hitler erklärte im November 1937, daß er mit England als möglichen Gegner nun rechnen müsse. Daraufhin mußte man sich in der Seekriegsleitung auch mit dem Gedanken eines eventuellen Kriegsfalles mit Großbritannien befassen. Dies führte Ende 1938 (obgleich zu diesem Zeitpunkt der laut Hitler »endgültige und bleibende« Flottenvertrag mit England noch bestand) zum Entwurf des Z-Plans, der auf Befehl Hitlers vom 27.1.1939 vor allen anderen Rüstungsvorhaben bis Mitte/Ende der vierziger Jahre durchgeführt sein sollte. Folgender Schiffsbestand wurde mit diesem gigantischen Plan angestrebt:
10 Großkampfschiffe, 3 Schlachtkreuzer, 8 Panzerschiffe bzw. Schwere Kreuzer,
4 Flugzeugträger, 44 Leichte Kreuzer, 68 Zerstörer, 90 Torpedoboote,
249 Unterseeboote.
Baukapazität, Rohstoffzuteilungen usw. bewirkten allerdings bereits frühzeitig eine Verzögerung der Planungen. Auf ausdrückliche Anordnung Hitlers wurde dem Bau der Schlachtschiffe unter Hintenanstellung der Leichten Kreuzer und U-Boote besondere Förderung zuteil, obgleich nicht nur der Chef der Operationsabteilung der Seekriegsleitung den Schlachtschiffbau gegenüber anderen Vorhaben zurücktreten lassen wollte.
Am 28. April 1939 kündigte Hitler das deutsch-britische Flottenabkommen mit der Begründung einer »britischen Einkreisungspolitik«. Das Hinnehmen bzw. Billigen der deutschen Maßnahmen gegen die Tschechoslowakei im Herbst 1938 hatte Hitler in seiner Fehleinschätzung der Westmächte bestärkt und ließ ihn die Folgen der seitens dieser Staaten Polen gegebenen Garantien leichtfertig unterschätzen. Somit kam es zum Angriff auf Polen, und damit war der Zweite Weltkrieg ausgelöst. Die Marine befand sich in Bezug auf einen Seekrieg gegen die Seemacht Großbritannien auf dem Stand, den Großadmiral Raeder mit »...daß die deutsche Marine nicht viel mehr tun könne, als kämpfend mit Anstand zu sterben...« umschrieb.
Flugzeugträger Graf Zeppelin Gemälde von KL. d. Res. Dr. phil. J.C. Schmitz-Westerhold
|
Stapellauf/Bauwerft:
8.12.1938/Deutsche Werke Kiel
Schiffsart und -klasse:
Flugzeugträger
Typschiff
Schwesternschiff: Flugzeugträger »B«
Technische Angaben:
Gewicht voll ausgerüstet: 33 550 ts
L: 262,5 m (mit Atlantikbug);
B: 36,0 m; T: 8,5 m
Antrieb: Turb.; Geschw.: 33,8 kn
Vorgesehene Bewaffnung:
8 bzw. 16 SK-15 cm; 10 bzw. 12 Flak-10,5 cm; 22 Flak-3,7 cm; 7 bzw. 28 Flak 2 cm
Indiensthaltung u. Kommandant:
nicht in Dienst gestellt
Endschicksal:
1946 von Russen geborgen und nach Swinwmünde geschleppt. Von dort mit Demontagegut 1947 nach Leningrad überführt.
Hierbei im Finnischen Meerbusen in ein Minenfeld geraten, doch beschädigt Leningrad erreicht. 1948/49 dort
abgewrackt.
Im Weltkrieg 1914/18 wurden fünf Handelsschiffe und nach entsprechendem Umbau der Kleine Kreuzer Stuttgart als Flugzeugmutterschiffe eingesetzt. Die beabsichtigte Herrichtung des Großen Kreuzers Roon und des Kleinen Kreuzers Stettin für diesen Zweck unterblieb jedoch. In der Reichsmarine entfiel der Bau von Flugzeugmutterschiffen bzw. Flugzeugträgern, da Deutschland nach dem Diktat von Versailles weder Militärflugzeuge noch Schiffe dieser Art halten durfte. Erst 1934 also noch vor der Wiederherstellung der Wehrhoheit und vor dem britisch-deutschen Flottenabkommen, beschäftigte sich das OKM vorbereitend mit Plänen für den Bau von Flugzeugträgern. Zunächst wurde Dipl. Ing. Wilhelm Hadeler, der spätere Marineoberbaurat, mit Vorstudien und danach mit der Anfertigung eines Amtsentwurfes beauftragt. 1935 erhielt die Deutsche Werke Kiel AG. den Auftrag zum Bau des ersten deutschen Flugzeugträgers, für den die hohe Maschinenleistung von 200 000 WPS festgelegt worden war. Die Kiellegung fand am 28.12.1936 statt. Zwei Jahre später stand das Schiff zum Stapellauf bereit. Die Taufrede hielt der damalige Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Göring, während die Tochter des Grafen v. Zeppelin, Gräfin Hella v. Brandenstein-Zeppelin, den eigentlichen Taufakt vornahm.
Bei Kriegsausbruch 1939 war das Schiff, das der Aufnahme von 42 Flugzeugen (Mehrzweckflugzeuge und Jäger) dienen sollte, noch nicht fahrbereit, doch wurden die Arbeiten zunächst weitergeführt. Erst 1940 legte man den Bau still. Das zu rund 85 % fertige Schiff wurde im Juni nach Gotenhafen geschleppt und dort unter der Bezeichnung »Zugvogel« als Lagerplatz für Edelhölzer verwandt. Am 13.5.1942 erging der Befehl zum Weiterbau. Am 5.12.1942 traf Graf Zeppelin in Kiel ein, hatte aber zuvor für einige Zeit in Stettin gelegen. Auf der Werft wurden einige Änderungen gegenüber dem Entwurf ausgeführt. Aber schon am 30.1.1943 wurde erneut ein Baustopp befohlen und der unfertige Träger April/Mai nach Stettin in die Mönne, einem Arm der Oder, verlegt. Eine Verwendung des unfertigen Baus als Wohnschiff für Offiziersanwärter wurde im Sommer 1944 in Erwägung gezogen, jedoch wegen des Bauzustandes nicht durchgeführt.
Bei Annäherung der russischen Armeen wurden zunächst wichtige Teile ausgebaut, danach am 25.4.1945 auf Befehl des Bevollmächtigten des Kommandierenden Admirals der westlichen Ostsee in Stettin, KzS Wolfgang Kähler, Wasserbomben in den Maschinen- und Kesselräumen gezündet, wonach das Schiff versank.
Das Wrack wurde 1946 von den Russen gehoben, zunächst in Swinemünde aufgelegt, danach mit Demontagegut beladen und am 27.9.1947 nach Leningrad geschleppt.
Das oben gezeigte Bild entspricht dem geplanten Aussehen des Flugzeugträgers nach der Fertigstellung.
Für ein Schwesternschiff, den Flugzeugträger »B«, wurde 1938 auf der Germania Werft Kiel der Kiel gelegt. Der Rumpf war bis ausschließlich Panzerdeck fertiggestellt, als man 1940 den Baustopp verfügte. Er wurde im Laufe der Zeit abgebrochen.
Weitere Flugzeugträger-Projekte während des Krieges 1939/45 waren die Umbauten der NDL-Fahrgastschiffe Europa, Gneisenau und Potsdam. Diese sind jedoch aus praktischen Gründen (fehlende Flugzeuge) nicht verwirklicht worden. Ein weiteres Projekt war der Umbau und die Umrüstung des fast fertiggestellten Schweren Kreuzers Seydlitz. Auch diese Vorhaben wurde vorzeitig abgebrochen.
|
|