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Die Geschichte der Deutschen Marine - 1872 bis 1918

Geschichtlicher Überblick   (Fortsetzung)

2. Die Marine unter Kaiser Wilhelm II.

Am 15. Juni 1888 bestieg neunundzwanzigjährig Kaiser Wilhelm II. den Thron Preußens, trat damit auch an die Spitze des Deutschen Reiches und wurde dadurch Chef der Marine. Durch ihn wurde sie, die im Schatten der im Krieg 1870/71 siegreichen Armee stand, ihrem relativ unbedeutenden Dasein entrissen. Man darf nicht übersehen, daß Wilhelm II., als er noch als Prinz, dann als Kronprinz und Kaiser daran ging, für das Deutsche Reich eine Flotte zu schaffen, die sich vollwertig neben die Armee stellen sollte, dies zu einem Zeitpunkt tat, als jeder zeitgenössische Kenner der Situation einen solchen Plan als völlige Utopie bezeichnete.
Kaiser Wilhelm II. erreichte sein Ziel. Als er 1888 den Thron bestieg, stand Deutschland hinsichtlich der Flottenstärke an der sechsten Stelle der Seemächte, als es 1914 in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurde, war es auf diesem Gebiet an zweiter Stelle. Unter dem Schiffsmaterial besaß es einige Konstruktionen, die zu jener Zeit als technisch optimal zu bezeichnen waren. Zwangsmäßig taucht hinter der Figur des Kaisers die Persönlichkeit Tirpitz auf, auch ein Mann von großer Problematik, aber ein gewaltiger Motor auf dem vom Kaiser, und von ihm selbst, angestrebten Ziel. Die sehr fortschrittliche technische Entwicklung der Linienschiffe der Brandenburg-Klasse beruhte auf dem maßgeblichen Einfluß des Monarchen, ebenso die Tatsache, daß er schon sehr frühzeitig auf die Entwicklung eines schnellen Schlachtkreuzers drängte (sie wurden in dem zweiten und dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts das Nonplusultra in der Schiffsgestaltung aller Seemächte).

A) Übergangszeit und Neuordnung 1888 - 1889

Linienschiff Brandenburg Linienschiff Brandenburg
21.9.1891/A.G. Vulcan, Stettin - Neubau Panzerschiff A

Wie eingehend die von Caprivi vermuteten Vorbesprechungen des seinerzeitigen Kronprinzen und nunmehrigen Kaisers gewesen waren, zeigte sich bereits am 25.6.1888, als der als Chef der Marinestation der Nordsee tätige Vizeadmiral Graf v. Monts dem Kaiser eine Denkschrift vorlegte, in der die erwähnten Reorganistationspläne in allen Einzelheiten dargelegt wurden.
Zentraler Punkt war der Vorschlag, Abschaffung der Admiralität und Teilung in eine Verwaltungsspitze und eine Kommandospitze. Erst die Zukunft konnte erweisen, ob das neue Experiment gelang. Welches waren die Gründe? Völlig abwegig ist die Behauptung, daß Bismarck der Motor bei der Umorganisation gewesen sei, weil er »die Machtposition des Chefs der Admiralität als störend empfunden« hätte. Demgegenüber ist eindeutig festzustellen, daß sich die Einflußnahme des Reichskanzlers durch die Umorganisation nicht erweitert, sondern vielmehr schmälerte! Die Pläne waren nicht durch einfache Kabinettsorder zu regeln, die Umorganisation mußte um rd. ½ Jahr verschoben werden.
Ein Provisorium wurde notwendig. Es wurde so gestaltet, daß man Vizeadmiral Graf v. Monts »vertretungsweise mit der Führung der Geschäfte des Chefs der Admiralität beauftragte«. Daß er aber bereits den Titel eines »Kommandierenden Admirals« erhielt, war ein Vorgriff auf die kommende Umorganisation. In personeller Hinsicht mußte allerdings alsbald eine Änderung eintreten. Bereits schwer erkrankt, hatte Monts Anfang Januar 1889 die Marine im Reichstag vertreten, durchaus »würdevoll und geschickt«, wie zeitgenössische Zeitungen berichteten. Dann aber mußte er sich dienstunfähig melden; er verstarb bereits am 19.1.1889. Nochmals mußte ein i.V.- Chef der Admiralität bestimmt werden. Am 24.1.1889 erfolgte dies, indem der bisherige Chef der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Freiherr v. d. Goltz, die Stellvertretung des Chefs der Admiralität übernehmen. Auch er erhielt gleichzeitig den Titel eines »Kommandierenden Admirals«.
Am 23.3.1889 wurde die Organisationsänderung mit großer Mehrheit im Reichstag genehmigt und die dafür notwendigen Mittel beschlossen.

B) Die Vor-Tirpitz-Zeit 1889-1897

Am 28.3.1889 erging diejenige Kabinettsorder, die die personellen Fragen und am 30.3. diejenige, die die sachlichen Dinge regelte.
Bei den Stellenbesetzungen gab es nur eine Teilüberraschung. Daß an die Spitze des Oberkommandos mit dem Titel eines »Kommandierenden Admirals« der bisherige i.V.- Chef der Admiralität, Vizeadmiral Frhr. v. d. Goltz trat, war ebenso erwartet wie, daß man Konteradmiral Heusner zum Staatssekretär bestimmte. Die dritte Personalentscheidung erregte dagegen Aufsehen, zumal sie zugleich auch eine organisatorische Neuerung bedeutete: der bisher nicht besonders hervorgetretene Kapitän z. S. Frhr. v. Senden-Bibran wurde zum Chef eines neuerrichteten Marine-Kabinetts bestimmt.
Die sachlichen Teile der Umorganisation fanden in nachstehender Kabinettsorder ihren Niederschlag:

1. Das Oberkommando wird ab 1. April 1889 von der Verwaltung getrennt und von dem von mir ernannten Kommandierenden Admiral nach meinen Anordnungen geführt.
2. Die Verwaltung der Marine wird unter der Verantwortung des Reichskanzlers vom Staatssekretär des Reichsmarineamtes mit den Befugnissen einer obersten Reichsbehörde. .

Wilhelm I. R.

Als die beiden neuen Spitzen der Obersten Marinebehörden an die Arbeit gingen, fanden sie in einer Beziehung eine völlig neue Lage vor.
Panzerfregatte Friedrich Carl Panzerfregatte Friedrich Carl ab 21.1.1902: Neptun
Bild: Nach kürzung der Takelage - 16.1.1867/Société des Forges et Chantiers, La Seyne (Toulon)
Noch in der Zeit des Überganges, der »Zwischenzeit«, mußte der nächste Haushaltsentwurf (für das Jahr 1889/90) im Reichstag eingebracht werden. Seine noch aus der Zeit Caprivis stammende Grund-Konzeption war auf direkte Einflußnahme des Kaisers in einer Richtung hin grundlegend umgestaltet worden: es wurden die ersten Raten für 4 moderne Panzerschiffe eingebaut. Damit nahm kein neuer Flottenplan seinen Anfang, sondern es handelte sich lediglich um Ersatzbauten, besser gesagt: Auffüllungsbauten, und erst nach der Fertigstellung der Schiffe konnte man, noch unter Anrechnung der fast 25 Jahre alten Panzerfregatten Friedrich Carl, Kronprinz und König Wilhelm, von der Ausführung des 1873er Flottenplans sprechen. Immerhin wurde damit der Kern einer modernen Flotte gelegt. Die Frage, ob die gute Atmosphäre des Jahres 1889 sowohl zwischen v. d. Goltz/Heusner wie zwischen Staatssekretär und Reichstag anhalten würde, kann nicht beantwortet werden. Bereits im Januar 1890 mußte sich Heusner krank melden, wurde am 22.4. d.J. pensioniert und verstarb schon im Februar 1891.
Nach der kurzen Zwischenzeit von Juni 1888/Anfang 1890 sind aus der Auslandstätigkeit der Flotte zwei Vorgänge zu registrieren.
Kanonenboot/Kreuzer Adler Kanonenboot/Kreuzer Adler
3.11.1883/Kaiserliche Werft Kiel - Ersatz Comet (I)
Seit Dezember 1888 standen die Schiffe des verstärkten Kreuzergeschwaders unter KAdm. Deinhard im anstrengenden Einsatz vor der Küste Ostafrikas, wo sich in einem Großaufstand Fragen des von den Arabern betriebenen Sklavenhandels mit Elementen von Eingeborenen-Unruhen mischten. Daß es dabei, dank geschickten diplomatischen Vorgehens von Bismarck, auch zu einem internationalen Zusammenwirken von deutschen, britischen und italienischen Kriegsschiffen kam, verdient besonderer Erwähnung.
Kanonenboot Eber Kanonenboot Eber
15.2.1887/Kaiserliche Werft Kiel - Ersatz Albatross
Noch vor Ende der offiziellen Dienstzeit des Staatssekretärs Heusner erlitt die Marine erneut einen schweren Verlust. Während sich die politischen Wolken um die Südsee-Inseln der Samoa-Gruppe zu klären begannen (17.4.1888 Zusammentritt der Samoa-Konferenz unter Beteiligung der USA, Großbritanniens und Deutschlands in Berlin) fielen am 16.3. der Kreuzer Adler und das Kanonenboot Eber, sowie mehrere US-amerikanische Kriegsschiffe vor Apia einem Taifun zum Opfer; lediglich die Kreuzerkorvette Olga konnte sich mit Müh' und Not retten.
Kreuzerkorvette Olga Kreuzerkorvette Olga
++Stapellauf/Bauwerft: 11.12.1880/A.G.Vulkan,Stettin--Ersatz Augusta Schiffsart und -klasse: Glattdeckskorvette [Schiff IV.Ranges]-1884:Kreuzerkorvette-1893:Kreuzer III.Klasse-1897:Schulschiff--Typschiff:Carola--Schwesternschiffe:Carola,Marie,Sophie Besatzung: 250 bis 270 Mann Technische Angaben: Gewicht voll ausgerüstet:2424t--L:76,35m-B:12,5m-T:6,08m--Antrieb:Exp.Masch.--Geschw.13,5kn--Bark [später ohne Segel] Bewaffnung: 10 [0] RK-15cm--2 [0] RK-8,7cm--0 [2] SK-8,8cm--6 [10] Rev. bzw. MK-3,7cm Indiensthaltung und Kommandanten: 25.Oktober 1881 bis 9.Januar 1882:KL v. Raven 10.81-1.82 1.Oktober 1882 bis 21.März 1884:KK Frhr. v. Seckendorff 10.82-3.84 1.Oktober 1884 bis 23.September 1889:KK Bendemann 10.84-4.87 KK v. Reichenbach 4.87-6.87 KL Fischer (Louis) [I.O.i.V.] 6.87-8.87 KK/KzS Strauch (Franz) 8.87-8.88 KK/KzS Hartog (Eduard) 8.88-9.88 KK Frhr. v. Erhardt 9.88-9.89 25.Juli 1893 bis 30.September 1893:KL/KK v. Frantzius 7.93-9.93 29.März 1898 bis 30.November 1998:KL/KK v. Dassel (Hartwig) 3.98-11.98 15.Januar 1901 bis 29.März 1905:KK v. Dassel (Hartwig) 1.01-3.02 KK v. Cotzhausen 4.02-4.03 KK/FK Marwede 4.03-9.04 KK Behm 10.04-3.05 Endschicksal: 22.6.1905 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. 1906 verkauft und 1908 in Hamburg abgewrackt. Namensherkunft:Königin Olga Nikolajewna (11.9.1822-30.10.1892), Gemahlin König Karls I. von Württemberg, Tochter des Zaren Nikolaus I. von Rußland.++      
Das Problem der Nachfolgerschaft von Konteradmiral Heusner war schwer zu lösen... Sieht man die Namen der höheren Marineoffiziere in der damaligen Rangliste durch, dann schrumpft die Zahl der infrage kommenden Persönlichkeiten schnell auf ein Minimum zusammen. Am 22.4.1890 wurde Konteradmiral Hollmann zum zweiten Staatssekretär des Reichsmarineamtes ernannt.
In eingeweihten Kreisen, so kann man schlüssig annehmen, wird diese Ernennung erhebliches Erstaunen hervorgerufen haben, denn dort war, wie aus der Personalakte Hollmann hervorgeht, ein merkwürdiger Vorgang bekannt, der sich am 27.7.1889 an Bord des Kreuzers Irene zugetragen hatte. Dort war zwischen dem Geschwaderchef Hollmann und Kaiser Wilhelm II. in Gegenwart vieler Offiziere der höchsten Ränge eine Wette abgeschlossen worden. Hollmann hatte gewettet, daß innerhalb 20 Jahren auf allen Schiffen der Flotte wieder die Takelage eingeführt worden sei. Der Kaiser hatte dagegen gewettet.
Dieser Offizier, der mit jener Einstellung bewies, daß er die überall in der Welt eintretende technische Fortentwicklung nicht erkannt hatte, wurde nun an die Spitze einer Behörde gestellt, die vor allem die technische Entwicklung der Flotte vorwärtsstreben sollte. Jede der beiden neuen Behörden hatte, neben ihren Reibereien wegen der Aufgabengebiete, zunächst ihre eigenen Probleme zu bewältigen, und erst in den späteren Jahren kam mit der Kreuzerfrage ein überlagerndes Thema hinzu. Eine überraschende Änderung bei der Aufgabenstellung trat aber alsbald im Oberkommando ein. Sie ist mit dem Namen Tirpitz verknüpft. Dieser relativ junge, knapp 40 Jahre alte Offizier (er war erst am 22.11.1888 zum Kapitän z. S. befördert worden), hatte sich in der Marine im Zusammenhang mit der Entwicklung der Torpedowaffe einen Namen gemacht. Als Kommandant der Preußen und Württemberg erwarb er sich den Ruf eines vorzüglichen Schiffskommandanten. Seine innersten Gedankengänge rankten sich aber bereits seit Jahren um die Frage, wie eine neuzeitliche Flotte zusammengesetzt sein müßte und wie sie in einer Schlacht zu führen wäre.
Während die Arbeit des Oberkommandos im stillen erledigt wurde, mußte sich der größte Teil der Arbeit des Reichsmarineamtes vor den Augen der Öffentlichkeit, d.h. im Reichstag, abspielen. Da zeigte sich alsbald ein großer Unterschied zwischen den beiden Marinebehörden. Dort: zielbewußtes Arbeiten für die Zukunft, hier: ungewisses Tasten, Konzeptionslosigkeit und auch Ungeschicklichkeit in der Behandlung der Parlamentarier. Das Kernproblem aber war, daß das Reichsmarineamt keine klare Konzeption vorlegen konnte, sein Chef sich sogar teilweise in recht erhebliche Widersprüche verwickelte.
So kamen mehrere Komponenten zusammen, aus denen heraus sich eine personelle Krise im Oberkommando entwickelte. Der kommandierende Admiral, Adm. Frhr. v. d. Goltz, trat Mitte März 1895, des ewigen Streits mit dem Staatssekretär müde, von seinem Posten zurück. Auch Tirpitz bat im Sommer d.J. um seine Ablösung, wobei Differenzen mit dem neuen Kommandierenden Admiral, VAdm. Knorr, zusätzlich eine nicht erhebliche Rolle spielten. Der Staatssekretär Hollmann aber, mit dessen Ablösung man in eingeweihten Kreisen immer wieder gerechnet hatte, blieb.
Diese für Hollmann so günstige Situation hielt nicht lange an. Die grundsätzlichen Kontroversen zwischen Reichsmarineamt und Oberkommando dauerten fort, die Konzeptionslosigkeit der Flottenentwicklungspolitik des R.M.A. blieb unverändert, und der Reichstag wurde immer mehr verunsichert. Als dann bei den Beratungen des Haushalts 1897/98 Hollmann dazu noch einen schwerwiegenden taktischen Fehler machte, der auch seine engsten Freunde brüskierte, war das Ende seiner Laufbahn als Staatssekretär gekommen. Am 25.3.1897 erhielt Hollmann erst einen langen Gesundheitsurlaub und am 15.6. seine Entlassung. Am selben Tag erfolgte die Ernennung von Tirpitz zum Staatssekretär des Reichsmarineamtes.
Bereits 1894 zwangen die Ereignisse des chinesisch-japanischen Krieges zur Wiederaufstellung einer »Ostasiatischen Kreuzer-Division«. Daß dabei der Heimatflotte ihre neuesten Kreuzer II. Klasse (Irene und Prinzess Wilhelm) entzogen wurden, bedeutete eine große Schwächung für sie. Der zahlenmäßig schwache Auslandseinsatz deutscher Kriegsschiffe hatte aber nicht zur Folge, daß deren Tätigkeit bedeutungslos wurde.
  Valparaiso (1891, Leipzig)--Rio de Janeiro (1893, Arcona)--Samoa und die Südsee (1894/97, Bussard und Falke)--Formosa (1895, Iltis)--Marokko (1895, Kaiserin Augusta) und Kreta (1897, Kaiserin Augusta)  waren einige der vielen Gebiete, wo deutsche Kriegsschiffe eingreifen mußten. In der Heimat war bereits kurz nach der Amtsübernahme durch Hollmann ein bedeutendes, die Marine stark tangierendes Ereignis eingetreten: die Erwerbung der Insel Helgoland von Großbritannien (1890). Die Befürchtung, daß große Finanzmittel, die man zum Aufbau der Flotte benötigte, von einem Ausbau der Insel zur Seefestung absorbieren würden, stand an erster Stelle der Skeptiker der Marine.
Ein zweites Ereignis, das in die Hollmann-Zeit fällt, zeigt ähnliche finanzielle Kriterien, allerdings noch erweitert durch militärische Probleme. Es war dies die Einweihung des - Kaiser-Wilhelm-Kanals - die am 20.6.1895 mit einer internationalen Flottenparade begangen wurde. An ein Problem aber hatten die Erbauer des Kanals noch nicht gedacht, als sie die Konstruktionspläne konzipierten: würden die Dimensionen der Breite und des Tiefgangs auch für eine weite Zukunft ausreichen? Man hatte zunächst an ein Limit von 15 000-t-Schiffen gedacht, für die der Kanal passierbar sein sollte. Diese Schiffsgröße war aber bereits (in England mit der Majestic-Klasse") erreicht, als der Kanal eingeweiht wurde.
Einige wesentliche organisatorische Vorgänge aus dem Zeitraum 1890 - 1897 seien nachstehend noch vermerkt:

8.5.1893: Das Hydrographische Amt im R.M.A. wird zu einer Nautischen Abteilung vergrößert.
2.10.1895: Bildung einer Marine-Depot-Inspektion.
26.11.1895: Erhebung der Direktion der Bildungswesens zur Inspektion.
9.11.1896: Das Marine-Sanitätsoffizierkorps wird selbständig, d.h. von dem der Armee getrennt.

Wie in allen vorhergehenden Zeitabschnitten, so blieb die Marine auch in der »Hollmann-Zeit« nicht von schweren Verlusten bewahrt. Ein Explosionsunglück auf dem im Ausbau befindlichen Linienschiff Brandenburg erforderte am 16.2.1894 47 Todesopfer aus den Reihen des Marine- und Werft-Personals. Noch schwerwiegender aber war der Untergang des Kanonenbootes Iltis, das am 24.7.1896 vor Kap Schantung (China) im Taifun scheiterte. Unter den mit ihrem Schiff untergegangenen Marineangehörigen befand sich auch der Kommandant, Kapitänleutnant Braun. Er war einer der engsten und qualifiziertesten Mitarbeiter von Tirpitz gewesen und galt als einer der besten Köpfe, die die Marine in jener Zeit besaß.

 

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