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Die Geleitzüge SC.122 und HX.229

+++ Konvoi, Geleitzug: Eine Flotte oder eine Anzahl von Handelsschiffen, die unter dem Schutz von Kriegsschiffen steht oder stark genug ist, um sich selbst verteidigen zu können +++      

Die Geleitzüge SC.122 und HX.229
© by Verlag Ullstein GmbH / © 1976 by Martin Middlebrook / © by Webmaster

 

Handelsschiffe laufen in einem geschützten Konvoi
Am 3. September 1939, um 11.00 Uhr vormittags, lief Großbritanniens Ultimatum an Deutschland, seinen Angriff auf Polen einzustellen, ab - Großbritannien erklärte Deutschland den Krieg. Zehn Stunden später sichtete Oberleutnant Fritz-Julius Lemp, Kommandant des deutschen Unterseebootes U 30, 250 Seemeilen nordwestlich von Irland den 13 581 BRT großen Donaldson-Passagierdampfer Athenia. Lemp torpedierte und versenkte das Schiff.
Am späten Abend des 7. Mai 1945, drei Tage nach der Kapitulation der deutschen Streitkräfte im Westen, versenkte Kapitänleutnant Emil Klusmeier mit seinem U 2336 das kleine kanadische Frachtschiff Avondale Park auf der Höhe des Firth of Forth. Klusmeier, der sich auf seinem ersten Einsatz als Kommandant befand, gab später an, er habe den Funkspruch des Befehlshabers der U-Boote über die Feuereinstellung nicht empfangen. Lemps Versenkung der Athenia und Klusmeiers Versenkung der Avondale Park zeigen, daß der deutsche U-Bootkrieg die längste Schlacht des Krieges war, aber beide Ereignisse sind nicht typisch. Beide Opfer wurden nicht allzu fern der Küste versenkt. Der hauptsächliche Schauplatz des deutschen U-Bootkrieges waren die großen Handelsrouten der Ozeane, insbesondere die wichtigen Schiffahrtswege des Nordatlantiks. Es ist bekannt, daß die Begleitschiffe der alliierten Seestreitkräfte und später auch die alliierten Luftstreitkräfte die deutschen U-Boote in Schach hielten und sie am Ende besiegten. Aber im Winter 1942/43 kamen die Deutschen eine Zeitlang ihrem Ziel, den alliierten Lebensfaden über den Nordatlantik zu durchschneiden, sehr nahe. Das Crescendo dieser Krise kam im März 1943.
Anfang jenes Monats dampften zwei Geleitzüge aus dem New Yorker Hafen in Richtung England. Es war ein Törn in einem Geleit-Kreislauf, wie man damals sagte, doch ihre Reise über den Atlantik wurde zu einem der Wendepunkte des Seekrieges.

»Die U-Boot-Gefahr war das einzige, was mir während des Krieges wirklich Angst gemacht hat«, bekannte Churchill in seinen Erinnerungen. Denn ohne den Nachschub, den nur die Geleitzüge über den Nordatlantik bringen konnten, hätte Großbritannien den Kampf gegen Deutschland nicht fortsetzen können. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hielten die britischen und amerikanischen Seestreitkräfte und Flugzeuge die deutschen U-Boote in Schach und sicherten den Konvois ihr Durchkommen. Doch im Winter 1942/43 war Admiral Dönitz, der Befehlshaber der U-Boote, nahe dran, den alliierten Lebensfaden zu durchschneiden.

Während an allen anderen Fronten die Wende im Kriegsverlauf eintrat und die deutsche Wehrmacht überall in die Defensive geriet, war die Schlagkraft der U-Boot-Waffe ungebrochen. Der Nordatlantik war der letzte Schauplatz, wo der Ausgang des Kampfes noch nicht entschieden war.

 

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