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Eine Reise des Seemanns "Smut" Willi Lindenau (1999)

 
Fortsetzung

Es wird kalt wie wir wissen, Vancouver ist gut, ist europäisch, nicht amerikanisch. Vancouver hat einen guten Seemannsclub, da kann man telefonieren und Kleinigkeiten für's Leben einkaufen. Man glaubt gar nicht wie es ist an Land zu leben, wo man täglich oder stündlich einkaufen kann, wie gut ein Schokoladenriegel oder ein Bonbon schmeckt, und trotzdem gehen für solche Kleinigkeiten schnell 40 US $ über den Jordan.
Die Geschäfte haben schon geschlossen, gut das es den Seemannsclub "Flying Angel" gibt. Andere nennen sich auch Seemannsclub, doch das sind Kneipen, Bars, Discos oder noch übler. Der Kapitän kauft extra 192 1 Liter Flaschen Wodka und andere Sprits. Unsere 5 Tankfitter sind wieder an Bord. "Happy-Drinkers", aber sie arbeiten sehr hart und vor allen Dingen sehr ungesund. In Deutschland wäre das Amt für Arbeitsschutz sofort an Ort und Stelle und würde die Arbeit einstellen lassen. Aber es sind ja nur Polen auf einem "Liberia Ship". Und zum guten Schluß wird auch noch jeder betrogen, um 30 Overtimes, die waren für die Katz', nee, für die notleidende Kompanie. Menschenrechte auf See ist eine heikle Sache, hier soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Jedenfalls wurde diese Arbeit früher von deutschen Fahrensleuten gemacht, aber für das dreifache Geld plus Sozialversicherung und Steuern. Der deutsche Seemann ist eine aussterbende Spezies.
Kanada
Kanada
2 Tage später sind wir beladen, unser neues Ziel heißt Inchon, nahe Seoul. In Seoul haben wir keine Chance an Land zu gehen, es sei denn, man hat 200 US $ für die Hin-, und Rückfahrt Schiff-Hafen-Schiff auf einem Lanchboat übrig. Nach dem Löschen der Ladung heißt unser neues Ziel Australien. Was wir hier sehen verschlägt uns den Atem, weit ins Meer hinein gebaute Piers, Land ungefähr 7 KM entfernt. Wir hören, der nächste Ort sei mehr als 20 KM entfernt. Heißgeliebte Seefahrt, das heißt, in den letzten Monaten war keiner von uns mehr als 10 Stunden an Land. Wir laden Pottasche für China. Kurz vor dem Auslaufen kommt der bestellte Proviant, das heißt unter anderem, alles genau kontrollieren, auf See ist Reklamation zwecklos. Unser neuer Zielhafen heißt Zhangjian, Südchina. Nie gehört, ist aber eine Millionenstadt. Wir kommen in Zhangjian an. Es ist wie in allen Häfen der Welt, erst kommt der Lotse dann kommt das Talbot. Wenn man festgemacht hat geht es los - Emigration, Veterinär, Agent, Schiffshändler und Tallymen. Das Aussehen der Kaianlagen, der Kräne oder sonstiger Löschanlagen ist auf der ganzen Welt fast gleich, ein Hafen etwas moderner, ein anderer mehr gepflegt. Von den Pieranlagen her kann man selten sagen wo man ist, an Schriftzeichen und Wörtern in anderer Sprache erkennt man dann doch, das man nicht in Deutschland oder Europa ist.
In manchen Häfen lungern oft hunderte von Personen herum, in China nicht, hier wird geklotzt und nicht gekleckert, also auf gut Deutsch - hart gearbeitet. Alles ist sehr sauber und technisch OK, das Einzige was wirklich auffällt, nirgendwo anders sieht man so viele Menschen arbeiten. In Zhangjian wurde Ladung gelöscht und gleichzeitig abgesackt, 1 Millionen Säcke zu je 50 KG, in 5 Tagen war alles geschafft, und auch schon auf andere Schiffe verteilt, das ist Planwirtschaft in Vollendung.
Aber wenn man lange auf See war interessiert das alles nicht mehr so sehr, man will in die Stadt.
Nach Feierabend duscht man sich, zieht sich um und marschiert los, bis zum Gate. Das Bild welches man sieht unterscheidet sich ganz gewaltig von dem was man erwartet. Fahrradfahrer, aber nur junge Leute, Motorräder, wenig Autos, die Busse sind fast immer leer, der Individualverkehr herrscht vor. Die Leute sind modern gekleidet, Frisuren, alles westlich. Musik, Kino, Video, alles was man will. Die Hauptstraße, die Geschäfte - Jungfernstieg oder KÖ, Zeil oder Ku Damm, die Preise auch, alle Marken, man braucht nur eines - Geld! Die Seitenstraßen sind auch gut bestückt nur sehr viel preiswerter und Made in China, preiswert aber gut. Restaurants vom feinsten, mit Türsteher, dicke Autos davor. Ein Service, welcher selbst in den USA oder Europa, auch Deutschland, seinesgleichen sucht. Vorspeisewagen, Nachspeisewagen, Zwischengerichte, und die Preise, nach dem bezahlen habe ich nochmal angefangen zu speisen, hier ein Häppchen, da ein Häppchen, hier und da ein Bierchen und noch eins, und noch ein Süppchen.
Natürlich hat auch China, wie jedes andere Land, seine Schattenseiten, Kriminalität, Prostitution, eben die ganze Palette. Das sieht man besonders in den Taxis, der Fahrer sitzt in einem stabilen Drahtkäfig, die Prostituierte hat ihren eigenen Frisiersalon, erst schneiden dann Massage im Hinterzimmer, deshalb haben wohl so viele Chinesen kurze Haare, täglich einmal schneiden und einmal nach hinten.
Fisch-Trawler in China Fisch-Trawler in China
Da diese Seiten öffentlich zugänglich sind, möchte ich meine politische Meinung, in welcher ich zu China stehe, nicht niederschreiben, ich wünsche diesem Land jedoch alles Gute für die Zukunft.
Oft bin ich der einzige Deutsche an Bord, manchmal sogar der einzige Europäer. Auf einem Handelschiff ist Rassismus kein Fremdwort, ich halte mich da raus. Oft kennt man die Typen die an Bord kommen, die Begrüßung ist immer die gleiche, Tag Tommy - Tag Willy. Willi, hast du Bier da? Zigaretten auch? Oft ist es aber auch schlimm mit den ausländischen Kameraden. Während ihrer Zeit an Bord gibt es nur eins - Saufen, Fressen, Arbeiten. Und abends, wenn wir im Hafen sind, ein zünftiger Besuch im Puff. Morgens, wenn sie zurück an Bord kommen, als erstes ein Bier begleitet von einem dicken Rülpser, ein Kamel würde neidisch werden, dann ein Pfu.., noch ein Rülpser noch ein Pfu..! Dann Arbeitskleidung an und malochen wie ein Pferd, kein Frühstück, der Magen ist noch in Revolte, voll Sprit. 10.00 Uhr, Kaffeepause, erstmal 2 Bier etwas fachsimpeln, danach wieder ran an die Arbeit, verschwitzt erscheinen sie in der Küche, was normal verboten ist, hier 2 Bier, dann hoch zum Mittagessen, dann wieder in die Küche noch 2 Bier. Bevor sie wieder im Maschinenraum verschwinden eine Bitte an mich - "Wenn der Steward kommt bitte 2 Kästen Bier, eine Flasche Baccardi und eine Flasche Whisky". Wo anders wird man nach Hause geschickt bei so einem Sprit-Verbauch, unsere Kompanie ist da sehr großzügig.
Ein großes Essen für den Kapitän und den Chief Enginer auch ein großes Besäufnis inklusive sorgt weiterhin für frohes schaffen, und wohl bekomms - Prost.
Kürzlich kam ein junger Ingenieur an Bord um einen Konstruktionsfehler zu beheben der schon seit 16 Jahren besteht, ein Prüfer des Germanischen Lloyd hat ihn festgestellt, normalerweise wäre diese Arbeit noch auf der Werft erledigt worden. Für die polnischen Schweißer bedeutet das wieder viel Arbeit unter rassistischen Bemerkungen und für wenig Geld. 450 US $ im Monat und 3 US $ für jede Überstunde. Am nächsten Morgen, die Polen fangen um 6.00 Uhr an und schneiden weiter Stahl auf die benötigte Größe zurecht, erscheint der Ingenieur um 7.45 Uhr in der Küche. Seine erste Frage war - haben die Poll..... auch pünktlich angefangen? Die zweite lautete - was gibt's zum Frühstück? Er äußert den Wunsch nach anderem Essen und die Feststellung - "Ich brauche nicht so früh hoch, ich bin eine Führungskraft". Dann wird ein Bier getrunken und ab nach oben - ich könnte ja verhungern - ist sein Motto. Jetzt erst mal mit dem Kapitän schnacken. Die Polen stehen schon lange unter Dampf, aber wirklich Dampf, die klotzen ran.
Francis aus Ghana Francis aus Ghana

Der Ingenieur erscheint kurz danach wieder in der Küche, wieder wird ein Bier geleert. Dann erfolgt schon die nächste Frage - Was ist das für ein Drecksn.....? Er meint Daniel aus Ghana, ohne diesen Mann jemals zuvor gesehen, geschweige gesprochen zu haben. Urteil fertig - Deutsch gut, Ausland schlecht! Man fragt sich dann unwillkürlich - Wie ist es möglich das solche Leute studieren? Die haben doch nichts im Brain. Ich denke Niveau kann man nicht studieren!!!
Jetzt verstehe ich auch warum Deutsche Werften den Massentod erleben, Arroganz ersetzt eben kein Können.
Unser "Superfachmann" stellt erst jetzt fest, daß die Arbeit im festgesetzten Zeitraum nicht zu schaffen ist. Man muß sich vorstellen, 1 200 KG Elektroden sollen verschweißt werden. Jetzt müssen alle ran, jeder muß schweißen, auch Supermann, der ist jedoch schon nach 2 Stunden total erledigt. Nun zeigt sich sein tolles Wissen- Die Polen sollen weitermachen. Als sich in den Schweißnähten Risse bilden ist er total überfordert. Supermann hat nicht bedacht, daß die Schiffsbewegung das Material bis zu 6 cm spannen kann. Irgendwann hielten dann die Nähte, wie lange, das ist eine andere Sache.
Als wir die Ladung gelöscht hatten hieß es wie immer - Stand by Forward - dann Leinen Los, Australien erwartet uns schon, die Schweißarbeiten im Schiffsinneren gingen weiter, überwacht von einem Mitarbeiter der Bauaufsicht.
Von manchen Häfen und manchen Ländern kann man gar nicht schnell genug wegkommen, und von anderen geht man zu schnell weg.
Aber auf See, da beginnt wieder der Alltag mit allem was dazu gehört - Arbeit, Stress, Ärger, Essen, Trinken, Schlafen. Manchmal eine Feier. An Land kann man sagen - Hier spielt die Musik, an Bord sagt man - Schluß mit Lustig.
Wenn in der Bibel steht "Im Schweiße deines Angesichtes sollt du dein Brot verdienen" dann frage mal einen aus der Maschine ob das zutrifft, man stellt sie lieber nicht, wer sie hört könnte sich veralbert vorkommen und wird sie mit Sicherheit beantworten. Was das bedeutet? Die Antwort passt "Wie die Faust auf's Auge".
Ist man erstmal an das Schaukeln gewöhnt und hört die laufende Maschine nicht mehr, dann weiß man das man Seemann ist.
Steward in Schiffsküche Steward - Albertino - in der Schiffsküche
Die Maschine hört man erst dann wieder, wenn man Musikkassetten bespricht, und diese nochmal abhört bevor man sie nach Hause schickt.
Als wir in Portland - Victoria - Australien anlegten, kam gleich der Pastor der Seemannsmission an Bord. Er sagte wo er zu finden sei, und das wir bei ihm Geld tauschen könnten. In Sachen Seemannsbetreuung bilden Australien, die USA und Kanada ein wirklich leuchtendes Vorbild für alle anderen Staaten.
Portland ist eine Kleinstadt mit etwa 20 000 Einwohnern. Wenn man die Größe dieses Landes und die Bevölkerungsdichte bedenkt, kann man sich vorstellen, wie weit der nächste Ort, mit der etwa gleichen Einwohnerzahl, entfernt ist.
Abends gibt es im Ort so gut wie keinen Verkehr, die jungen Leute treffen sich mit ihren Autos irgendwo außerhalb, reden und hören Musik. Die Geschäfte sind meistens geschlossen, oft hat aber der größte Supermarkt im Ort bis gegen 24.00 Uhr geöffnet. Nach 25 Minuten Fußweg erreichen wir das Centrum von Portland, hier sieht die Sache schon anders aus. Die erste Bar - Knüppel dicke voll, und natürlich Live-Musik, gutes Essen, eine Spielbank und ein Wettbüro sind im gleichen Haus. Überall in Deutschland würden jetzt die Preise erhöht und für alles Eintritt erhoben, nicht so in Australien. Hier wird ein Bier nach dem anderen, zum gleichen Preis, gezapft, dafür kommen die Gäste wieder, gleich am nächsten Tag und am nächsten und nächsten. Einen Sitzplatz zu suchen ist sinnlos, selbst ein Stehplatz ist nicht so einfach zu ergattern. Viele Australier legen bis zu 100 KM zurück um einmal der Menschenleere in ihrem eigenen Ort zu entgehen. Es gibt viele Orte mit nur vier oder fünf Häusern, keiner Bar, nichts. Ich sah z.B. in Darwin, Samstag Abend, einen Bus, nur mit jungen Frauen besetzt, die Mainstreet einbiegen. Die kamen alle zum feiern, Sonntag Morgen fuhren sie wieder zurück. Wir tranken nur ein paar Bier, und gingen dann um 1.00 Uhr wieder zurück an Bord. Der Typ der Bauaufsicht hatte so etwas noch nie gesehen, er hat mich vollgequasselt und tierisch genervt.
Am nächsten Tag war Kapitänsessen angesagt, d.h. der Bauaufsichtstyp gibt einen aus, das ist eine Order von seinem Chef, den Kapitän und den Chief Ingenieur einzuladen. Weil beide jedoch keine Ausländer leiden können, wurde mir kurzfristig die Stelle des Chief Ingenieurs zugeteilt.
Heute gingen wir zu dritt, Elektriker - Dockshand und meine Wenigkeit von 110 Kg Lebendgewicht essen, natürlich das was wir an Bord nicht haben, Chinesische Spezialitäten, es wurde nur Tee getrunken, trotzdem ein gelungener Abend, jedenfalls nicht so starr und konservativ wie das Känguru-Essen von gestern.
Nach 3 Tagen hieß es wieder ablegen, Richtung Trincomale - Sri Lanka, aber erstmal 10 Tage vor Reede.
Festmacher-Boot in Sri Lanka Festmacher-Boot in Sri Lanka
Dort kamen am dritten Tag Fischerboote in unsere Nähe und am nächsten Tag umkreisten sie unser Schiff und wollten Handel treiben mit uns. Ihre Fische gaben nicht viel her, es war ein Jammer diese Leute zu sehen. Ohne Wasser, ohne Essen und ohne Rettungsmittel. Teilweise waren die Boote mit 8 Leuten besetzt, lange schmale Boote, nicht breiter als 80 cm aber mit Auslegern versehen.
Wir gaben ihnen ein paar Plastikbehälter, Flaschen und Zigaretten. Zigaretten sind in vielen Ländern der Welt so etwas wie eine Ersatzwährung geworden.
Am anderen Tag brachten sie uns Früchte - Papayas - Mangos - Cocosnüsse, wir gaben ihnen 5 US $. Als anschließend kein, für beide Seiten befriedigender Handel zustande kam, fuhren sie nur noch an uns vorbei. An Bord hörten wir nachts oft Schüsse, Gewehrsalven und Explosionen.
Nach 10 Tagen wurden wir in den Hafen geleitet, Militär kam an Bord, untersuchte das Schiff und holte sich vom Kapitän Zigaretten und Wodka, was anderes war nicht mehr da. Außen untersuchte eine andere Militärgruppe unser Schiff nach Haftbomben, da sie nichts fanden war der Weg zum Hafen frei.
Wir legten an, Gangway runter, nun begann eine wahre Prozession - Emigration - Wachpersonal - usw., nur der Schiffshändler, den wir brauchten, ließ sich nicht sehen. Der ganze Hafen war Privateigentum, mit angeschlossener Fabrik und Produktion für Back-, und Nudelerzeugnisse. Nach ca. einer Stunde kamen die Ersten der Prozession wieder zurück, alle mit Zigaretten und Sprit bestückt. Danach ergoss sich eine wahre Flut von Hafenarbeitern über das Schiff. Sie holten ihre Angelleinen hervor und angelten, auch 5 Wachleute in schmucker Uniform.
Ich machte Feierabend und wollte wie immer eine Stunde im Pool verbringen. Ich gehe hoch, daß Wasser ist angenehm warm ca. 28 Grad, will hineinspringen und sehe, da hat einer hineingeschis...! Wenn man bedenkt, das man 11 Stunden am Tag, bei ungefähr 40 bis 45 Grad arbeitet, ist man wütend. Die Wachleute nämlich sind dafür zuständig, daß von den Hafenarbeitern keiner ins Schiffsinnere gelangt oder sonst welche Decks betritt. Angeln, ja, ich möchte auch 'mal nur für's Angeln bezahlt werden. Da es Abend war wurden die Leute nach einer Stunde abgelöst. Wieder das gleiche, die einen gehen von Bord wie ablaufende Flut, die anderen ergossen sich wie eine Sturmflut über das Schiff, und als erstes wieder ihre Angeln startklar gemacht, die Wachleute ebenfalls, Angeln heraus. In all den 5 Tagen in denen wir im Hafen lagen habe ich bei den Wachleuten keine andere Tätigkeit als angeln und freies Essen gesehen, über welches sie sich auch jedes mal gleich hermachten. Angeln, essen und betteln um Zigaretten und Lebensmittel. Man muß sich vorstellen, Kaffee für's Baby, wir haben alle Kinder. Um dies alles einmal außer acht zu lassen, es müssen schlimme Leute sein, die ihren Arbeitern noch nicht 'mal anständige Löhne zahlen, aber andererseits wieder, - wer wird in Deutschland während der Arbeitszeit für privaten Fischfang bezahlt.
Wenn man etwa 100 Meter vom Schiff entfernt die Fabrik sah, sehr sauber, sehr gepflegt, alles in bestem Zustand und überall aufgeräumt, selbst in Deutschland oder Japan wäre die Fabrik aufgefallen, vor allen Dingen die Lade-, und Löschanlagen, vom Modernsten. Aber dann kommt wieder der Hammer. Als auf der anderen Seite ein Schiff einläuft, stehen da auf einmal so um die 100 Hafenarbeiter mit Sackkarren und bringen Sack für Sack mit ihren Karren zum Schiff, obwohl hier die neusten und gepflegtesten Stapellader stehen. In manchen Ländern ist man der Meinung Maschinen sind billiger, in anderen sind es eben die Menschen. Ein Stapellader kann kaputt gehen, das kostet viel Geld, ein Arbeiter der verunglückt bekommt seine Papiere, also den berühmte Tritt in den A....!
Auch auf unserem Schiff beenden etliche Leute ihre Angelei, sie müssen in die Luken um mit riesigen Schaufeln, etwa in der Größe eines normalen Schneeschiebers, und überdimensionierten Besen die Ladung zusammen zu schieben, damit der Sauger keine Luft zieht. Diese Arbeit dauert etwa eine Stunde, danach wird wieder - na was wohl - geangelt.
Dauernd patrouillieren Wachen der Fabrik, dem Prestigeobjekt, um unser Schiff. Die Fabrik ist Ziel der "Tiger" um Stärke zu beweisen. Nachts werden Dynamitstangen ins Meer geworfen, dies waren die Explosionen die wir hörten, um unentdeckte Taucher aufzuspüren. Von der Landseite aus ist die Fabrik von starken Zäunen umgeben und wird ebenfalls schwer bewacht. Die Fabrik ist nur auf dem Wasserweg zu erreichen, obwohl eine Straße dorthin führt. Im Ort Trincomale ist eine Pier mit Fährboot durch Sprengsätze total zerstört worden. Wir alle kamen nicht an Land, angeblich sei das Boot defekt und ein zweites, welches die Arbeiter brachte sei Fabrikeigentum.
Verschiedene Inseln der Republik waren total von den "Tigers" besetzt, die Regierung sagt immer wieder - Aushalten, Aushalten , wir bringen Verstärkung.
Ich möchte nicht weiter politisch werden, da mich das nichts angeht.
An dem Abend, den ich gerade beschreibe, kommt unser Superingenieur und bringt noch eine deutsche Superkraft mit. Die Spitzenkraft hat zu allem Übel auch noch Geburtstag und ich habe kein Bier da, was für eine schlimme Nachricht "kein Bier da". Du wußtest doch das wir heute kommen und kein Bier da, das ist zum heulen, zum verzweifeln. Der Kapitän empfing unseren Ingenieur mit den Worten - ich zitiere - "Trinken, die schwule Sau ist immer noch da" - was immer das auch zu bedeuten hat. Durch einen Zufall kam heraus, das wir einen an Bord haben der auf Männer steht, um genau zu sein waren es zwei.
Anstatt diesen Mann in Ruhe zu lassen legte der Kapitän sein Hauptaugenmerk auf seine Neigung. Aber welche Schei.., der war zu gut, der machte keine Fehler. Der Kapitän wartete jedoch nur darauf, denn dann hätte er ihn gesackt. Doch was für ein Herzensleid ist dem Kapitän widerfahren, er konnte ihm nichts, traurig traurig, was für eine ungerechte Welt. Unser Kapitän, der in Fachkreisen auch "Kantine" genannt wird, war traurig. Da Traurigkeit ansteckt gab er noch zwei Kisten Bier heraus, zum feiern. Zum mittrinken hatte er keine Zeit, er mußte packen, er wurde abgelöst, Vertrag zu Ende.
Aber zurück zum Bier. Nun war der Geburtstag gerettet, nun hieß es hoch die Bierdosen - laß jucken Kumpel, einer geht noch rein und zwischen Leber und Milz paßt immer noch ein Pils.

 

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