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Das 7. Schnellbootgeschwader

7. Schnellbootgeschwader

Die Aufstellung des 7. Schnellbootgeschwaders wurde zum 1.4.1961 befohlen und am 15.7.1961 die Stellung des Geschwaderkommandeurs besetzt.
Schnellboot Jaguar Jaguar - Juni 1965
Als erstes Boot stellte Zobel am 12.12.1961, als letztes Ozelot am 25.10.1963 in Dienst. Alle gebauten zehn Boote dieser Klasse 140/141, Typ Jaguar, kamen zum 7. S-Geschwader. Hierzu trat am 7.12.1963 der Tender Neckar und zusätzlich am 2.9.1964 Tender Werra.
Da für Neckar und Werra 1967 gemeinsame längere Werftliegezeiten anstanden, wurde Weser, bisher Tender des im März 1967 aufgelösten 1. Schnellbootgeschwaders, dem 7. Schnellboot-Geschwader bis zu ihrer Außerdienststellung am 31.5.1968 zugeteilt.
Tender Werra auf Reede vor Helgoland SEF 3 - Nordsee 08.1976 - vor Helgoland - Tender Werra


1969 begann die Modernisierung und Umrüstung der Zobel-Klasse. Als erstes Boot stellte dazu Frettchen am 18.6.1969 außer Dienst. Alle Boote erhielten in den folgenden Jahren drahtgelenkte Torpedos sowie radargesteuerte Artillerie und zeigten nun die markante Silhouette: auf einem Vierbeinmast das Kugelform-Radom M 20/2 mit Zweibeinstengemast.
Schnellboot Zobel Zobel - Juli 1975 (nach Umbau)

Als erste umgerüstete Boote stellten Frettchen und Hermelin am 8.3.1971 wieder in Dienst. Mit der Widerindienststellung von Zobel und Hyäne am 26.5.1972 war die Modernisierung abgeschlossen. Die Umbau- und Modernisierungsarbeiten führte für alle Boote die Lürssen-Werft, Vegesack aus. Wie die Boote, so mußte auch Neckar umgebaut werden. Dies erfolgte vom 1.3.1971 bis 17.6.1972. Werra schied am 31.3.1982 aus dem Geschwader aus und trat zum Minenabwehrgeschwader Nordsee (6. MSG). Sie wurde ab 1.4.1982 durch Elbe ersetzt, die bisher als Tender beim 2. S-Geschwader tätig war. Das Geschwader wurde in Kiel aufgestellt.
Schnellboot Gepard S 71 / Gepard - Mai 1982
Die technische Entwicklung und das Alter der Boote erzwang nach rund 20 Jahren ihren Ersatz. Vorgesehen waren dafür zehn Boote der Klasse 143 A. Für das erste Boot dieser neuen Klasse streckte die Lürssen-Werft am 16.7.1979 den Kiel. 1983 sind bereits 6 Boote der Klasse 142 (Puma, Nerz, Zobel, Gepard, Hermelin, Hyäne) endgültig außer Dienst gestellt, 8 Boote der Klasse 143 A von Stapel gelaufen. Neckar und Elbe sind nach wie vor beim 7. S-Geschwader im Einsatz.
Das Geschwader nahm und nimmt an nationalen und multinationalen sowie NATO-Übungen und Manövern teil. Haupteinsatzgebiete sind die westliche Ostsee, Kattegat und Skagerrak, aber auch norwegische Gewässer. Weiterhin werden zu Besuchen und Übungsvorhaben Häfen und Küstengebiete in verbündeten Ländern angelaufen.

 

Tender Neckar Tender Neckar
Tender Neckar
Stapellauf/Bauwerft:
26.6.1961 / Fr. Lürssen, Bremen-Vegesack
Schiffsart und -klasse:
Tender: Klasse 401
Typschiff: Rhein
Schwersternschiffe: Rhein, Elbe, Weser, Main, Ruhr, Werra, Donau
NATO-Nummer:
A 66
Besatzung:
122 bis 154 Mann
Technische Angaben:
Gewicht voll ausgerüstet: 2740 ts
L: 98,18 m - B: 11,80 m - T: 3,90 m
Antrieb: 6 Dieselmot. Maybach 14.400 PS
Geschwindigkeit: 22 kn
Bewaffnung:
2-100 mm Geschütze in Einzeltürmen
4 Flak-40 mm in Einzellafetten
2 Wabo-Ablaufbühnen - Minenzuladung möglich

Die Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack streckte am 22.12.1960 den Kiel. Am 26.6.1961 fand der Stapellauf, am 7.12.1963 die Indienststellung des mit Escher-Wyss-Verstellpropellern ausgerüsteten Tenders statt, der nach Abschluß der Erprobungen zum 7. SG trat. 1967 absolvierte Neckar eine längere Werftliegezeit bei der Bauwerft in Vegesack, dies nochmals vom 16.10.1968 bis 5.2.1969. Eine außerplanmäßige Instandsetzung wurde bei den HDW in Kiel vom 17.10.1969 bis 3.3.1970 durchgeführt. Vom 1.3.1971 bis 29.5.1972 wurde Neckar bei den HDW in Hamburg im Rahmen der Depotinstandsetzung umgebaut, erledigte am 30.5. in der Kieler Bucht die Abnahmefahrt und stellte am 17.6.1972 im Marinearsenal Kiel wieder in Dienst. Vom 6.1. bis 21.7.1976 fand eine Depotinstandsetzung einschließlich Arsenal Vor- und-Nachlaufzeit (MArsenal Kiel) und eine weitere vom 2.10.1979 bis 24.3.1980 statt. Beide wurden bei den HDW in Hamburg durchgeführt.

 

Schnellboot Dachs Dachs - um 1965 (vor Umbau)
Schnellboote der Klasse 142 (Allgemeine Angaben)
Schiffsart und -klasse:
Schnellboote, Klasse 142
Typschiff: Zobel
Schwersternschiffe: Wiesel, Dachs, Hermelin,
Nerz, Puma, Gephard, Hyäne, Frettchen, Ozelot
Besatzung:
39 Mann
Technische Angaben:
vor Umbau
Gewicht voll ausgerüstet: 190 ts
L: 42,62 m - B: 7,00 m - T: 2,20 m
Antrieb: Dieselmot. - Geschwindigkeit: 43 kn
nach Umbau
Gewicht voll ausgerüstet: rd. 220 ts
L: 42,62 m - B: 7,00 m - T: 2,40 m
Antrieb: Dieselmot. - Geschwindigkeit: 38 kn
Bewaffnung:
2 Flak-40 mm in Einzellafetten
4 Einzel-TR-533 mm (nach Umbau nur noch
2 Einzel-Heck-TR)
Minenzuladung nur vor Umbau möglich
Anmerkung:
Ursprünglich waren zwanzig Boote geplant, jedoch sind nur zehn gebaut worden. Mit Beginn der achtziger Jahre werden die Boote ausgesondert und durch Boote der Klasse 143 A ersetzt.

Bei einer Kollision mit seinem Schwesterboot Wiesel am 5.9.1968 erlitt Zobel schwere Schäden (1 Toter). Am 7.9.1982 stellte das Boot in Wilhelmshaven endgültig außer Dienst. Am 21.9. begann der Ausbau der Waffen und der Elektronik. 1983 befand sich Zobel noch als Auflieger im Marinearsenal Wilhelmshaven.

Nerz diente 1963 bis 1969 zu zahlreichen Versuchen mit verschiedenen Waffensystemen, so mit dem "Tartar-Bullpub-Flugkörper-Waffensystem", das jedoch noch nicht frontreif war. Außerdem erwies sich das S-Boot der Klasse 142 hierfür als zu klein. Auch ein weiteres System (Seacat-Schiff/Luft-FK) wurde verworfen. Man entschloß sich letztlich für die 10 Boote der Klasse 142 zu drahtgelenkten Torpedos, neuen Feuerleitanlagen und neuzeitlichen Führungsmitteln.
Am 21.5.1982 kollidierte Nerz in der Deutschen Bucht mit der dänischen Fregatte Peter Tordenskjold, wobei das S-Boot erheblichen Schaden erlitt. Es wurde daraufhin am 8.7.1982 in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt und im Marinearsenal aufgelegt.

Während der Teilnahme an dem Manöver "Botany Bay 81" erlitt Puma am 15.9.1981 in der westlichen Ostsee eine schwere Grundberührung, so daß er durch den Tender Werra nach Kiel eingeschleppt werden mußte, wo er am 17.12.1981 außer Dienst stellte. Das Boot wurde anschließend nach Wilhelmshaven geschleppt und an der Wiesbaden-Brücke aufgelegt. Vom 15.2. bis 30.3.1982 wurden die Waffen und die Elektronik ausgebaut. 1983 befand sich Puma noch als Auflieger im Marinearsenal Wilhelmshaven.

Gepard kollidierte am 24.1.1978 mit seinem Schwesterboot Wiesel. Mit der Außerdienststellung am 9.11.1982 wurde er beim Marinearsenal aufgelegt, wo er sich 1983 noch befand.

Als erstes Boot wurde Frettchen 1969/71 modernisiert.

Im Herbst 1975 leistete Ozelot dem brennenden Motorschiff Paloma Hilfe. Eine Brandgruppe stieg auf das Schiff über und konnte das Feuer unter Kontrolle bringen. Der schwerverletzte Kapitän erhielt erste Hilfe.

 

Tender Elbe war kurzzeitig beim 7. SG Tender Elbe
Schnellboote der Klasse 143 A (Allgemeine Angaben)
Schiffsart und -klasse:
Schnellboote, Klasse 143 A
Typschiff: S 71/Gephard
Schwersternschiffe: S 72/Puma, S 73/Hermelin
S 74/Nerz, S 75/Zobel, S 76/Frettchen,
S 77/Dachs S 78/Ozelot, S 79/Wiesel, S 80/Hyäne
Besatzung:
33 Mann
Technische Angaben:
Gewicht voll ausgerüstet: ca. 398 t
L: 57,6 m - B: 7,76 m - T: 2,19 m
Antrieb: Dieselmot. - Geschwindigkeit: 38 kn
Bewaffnung:
1 Geschütz OTO-Melara - 76 mm
1 Flugabwehrsystem RAM
4 FK MM 38 Exocet-Starter in zwei Zwillingsgruppen
Minenzuladung möglich; keine TR

Als Ersatz für die 10 Boote der Klasse 142 (Zobel-Klasse) war geplant, 10 Tragflügelboote, wie sie von den USA, Deutschland und Italien entwickelt worden waren- Typbezeichnung S 612 - zu bauen. Aus finaziellen Gründen mußte hiervon jedoch Abstand genommen werden. Statt dessen entschloß man sich 10 Boote des zu modifizierten Typs 143 in Bau zu geben. Außer einigen Verbesserungen (Weiterentwicklungen) liegt der Hauptunterschied in der Bewaffnung. Während es bei der Flugkörperbewaffnung gegen Schiffsziele bei dem System MM-38-Exocet verblieb, erhalten die Boote der Klasse 143 A an Stelle eines 76 mm-Geschützes auf der Schanz eine in den USA neu entwickelte Abwehrwaffe gegen Angriffe aus der Luft, also Flugzeuge und Flugkörper, das Flugkörper-Abwehrsystem RAM (= Rolling Airframe Missile). Die Torpedobewaffnung entfällt, wie dies bereits bei der Klasse 148 der Fall war.

 

+++ Leider kann ich nur Angaben bis 1983 machen, da mir für die Zeit danach Informationen fehlen +++

 

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