Zurück zur Startseite Impressum Quellenangaben Marinelinks schreib was rein, ich würd mich freun Kontaktformular
Navigation 
 
 
 
marinepage 
 
 
 
 
 

XStat

 

Suchmaschine
         Suchmaschinen Eintrag

Die Entdecker

Die Entdecker Fortsetzung
© by Time Life Bücher / Buchreihe-Die Seefahrer / Band-Die Entdecker / © by Webmaster

 

Prinz Heinrich

Obwohl er selbst höchstens ein paar Mal über die 23 Kilometer breite Straße von Gibraltar gefahren ist, wurde Prinz Heinrich von Portugal als "der Seefahrer" berühmt, weil er sein Leben lang die portugiesischen Entdeckungsfahrten gefördert hat. Prinz Heinrich, der das Streben nach Weltmacht mit dem christlichen Sendungsbewußtsein eines Kreuzfahrers vereinte, war bestrebt, seinem eigenen Motto gerecht zu werden. Es lautete: "Der Wunsch, Gutes zu tun", wie hier in französischer Sprache unter einem zeitgenössischen Porträt geschrieben steht.

Die letzte Reise eines großen Entdeckers

Die letzte Reise eines großen Entdeckers
Wegen unzureichender Führung der Regierungsgeschäfte auf Hispaniola wurde Kolumbus in Fußschellen nach Spanien zurückgebracht.

Von den drei späteren Reisen, die Kolumbus in die neue Welt unternahm - ausnahmslos Fehlschläge, die mit Enttäuschung, ja Schande endeten -, war keine qualvoller und heroischer als die vierte und letzte Überfahrt des großen Entdeckers. Tatsächlich wurde sie von Kolumbus selbst als die "Hohe Reise", El Alto Viaje, bezeichnet.
Nachdem er im Jahre 1500 in Ketten von Hispaniola nach Hause geschickt worden war, war er ständig verzweifelt bemüht, die verlorene Gunst wiederzugewinnen. Mit 51 Jahren war er ein alter, von Arthritis geplagter Mann, aber er bat Ferdinand und Isabella dennoch um eine letzte Chance für die Entdeckung einer Westpassage nach Indien. Die Monarchen genehmigten eine Flotte von vier Karavellen.
Kolumbus konnte die Karibik erreichen, kurz bevor ein Hurrikan aufkam. Er eilte nach Hispaniola, von wo er durch ein königliches Edikt verbannt war, und warnte vor dem Sturm. Der neue Gouverneur jedoch spottete über den Alarm und sandte bald darauf eine Schatz-Flotte aus; sie ging zum Großteil im Hurrikan unter.
Als der Hurrikan dann vorüber war, segelte Kolumbus nach Honduras, um dort die Passage nach Indien zu suchen. Er beschloß, trotz heftiger Gegenwinde und starker Strömungen, in östlicher Richtung die Küste entlangzufahren.
Seine Flotte kämpfte 28 Tage lang mit Kreuzschlägen gegen den erbarmungslosen Wind, und es passierte nicht selten, daß sie sich noch am Abend in Sichtweite des im Morgengrauen erspähten Landpunktes befanden. "Es war ein einziges, unaufhörliches Regnen, Donnern und Blitzen", berichtete Kolumbus. "Nachdem sie Anker, Takelage, Tauwerk, Boote und viele andere ihrer Vorräte verloren hatten, waren die Schiffe mit zerrissenen Segeln hilflos dem Unwetter ausgesetzt. Der Mut der Leute war so weit gesunken, daß sie gelobten, gut zu sein, zu wallfahren und dergleichen; ja, sie beichteten sich sogar gegenseitig ihre Sünden! Ich habe so manchen Sturm erlebt, aber keiner war so anhaltend und so grimmig."
Die Küste bog schließlich nach Süden, so daß die Flotte backstags vor den heftigen Winden segeln konnte. Acht Monate fuhr Kolumbus die Küste entlang nach Panama, tastete sich in Buchten und Flußläufe vor, kämpfte mit Indianern und hörte von einem großen Meer, das angeblich jenseits einer schmalen Landenge lag. Kolumbus glaubte, daß es sich bei der Landenge nur um die Malaiische Halbinsel handeln konnte. Die Arthritis hatte seine Gliedmaßen verkrüppelt, seine Augen waren entzündet, und sein ganzer Körper wurde vom Malariafieber geschüttelt. Seine Mannschaften waren durch Entbehrungen zermürbt und verzweifelt. Schiffsbohrwürmer hatten seine Schiffe durchlöchert. Kolumbus entschloß sich umzukehren.
Eine Karavelle wurde die Beute feindlicher Indianer; einen von Würmern zerfressenen Schiffsrumpf mußten sie in Panama zurücklassen. Nach einer verzweifelten Fahrt nach Jamaika zog Kolumbus seine Schiffe an den Strand. Die Männer lebten in Hütten an Deck, während 14 ihrer Kameraden in Kanus die 172 Kilometer breite See nach Hispaniola überquerten.
Der neue Gouverneur lehnte es jedoch ab, Kolumbus retten zu lassen. Den Hungertod vor Augen, warnte der Entdecker die einheimischen Indianerhäuptlinge vor dem Zorn Gottes, weil sie ihm Proviant verweigerten. In seinem Kalender war für die letzte Februarnacht des Jahres 1504 eine Mondfinsternis prophezeit. Als sie begann, stimmten die Indianer ein Angstgeheul an. Für die Wiederkehr des Mondes mußten sie Kolumbus Lebensmittel versprechen.
Erst im August traf ein Rettungsschiff ein. An Körper und Geist gebrochen, kehrte Kolumbus nach Spanien zurück, wo seine Schutzherrin, Königin Isabella, bei seinem Eintreffen gerade im Sterben lag. Auch sein eigenes Leben war abgelaufen; 17 Monate nach seiner Rückkehr starb er am 20 Mai 1506.

Weil ihm der Gedanke, daß man Indien auf dem Seeweg um Afrika herum erreichen könnte, keine Ruhe ließ beauftragte König Johann II. von Portugal den Entdecker Diogo Cão und nach ihm Bartolomeu Dias, soweit, wie sie es wagen würden, die kartographisch noch nicht erfaßte Küste Afrikas entlangzufahren. Johanns persönliches Wappen war der Pelikan (links oben), das er zu Ehren seiner Frau gewählt hatte; der Pelikan galt als edler Vogel und als Symbol der Mutterschaft.
Vasco da Gama, der erste Europäer, der auf dem Weg um Afrika herum nach Asien segelte, hat auf diesem Gemälde den grimmigen Blick, der zu seinem Ruf als Mann von unbarmherziger Disziplin - der gelegentlich Akte von fast barbarischer Grausamkeit beging - paßt. Aber dank eben dieser Eigenschaften war es ihm möglich, in nicht weniger als drei mühsamen und waghalsigen Seefahrten die Handelsroute nach Indien zu erschließen, die Portugal zu einer Weltmacht machen würde.
Mit einem klaren, direkten Blick und von einem starken Charakter geprägten Gesichtszügen ist Ferdinand Magellan auf diesem Porträt dargestellt, das einige Jahre nach seinem Tod von einem unbekannten Künstler des 16. Jahrhunderts gemalt wurde. In Anerkennung seiner historischen Umsegelung Südamerikas lautet die Inschrift in lateinischer Sprache:
"Überaus ruhmreicher Bezwinger der antarktischen Meerenge" - sie heißt seither ihm zu Ehren Magellan-Straße.
          
Amerigo Vespucci erforschte im Jahre 1502 auf einer Reise in die - später nach ihm benannte - Neue Welt die südamerikanische Küste auf einer Strecke von fast 10 000 Kilometern. Zu seiner Zeit war Vespucci aber vor allem wegen seiner nautischen Kenntnisse berühmt. Hier ist er beim Aufzeichnen von Gestirnbewegungen gezeigt. Das Instrument in seiner Hand erscheint wie eine Kugel, wird aber als Astrolabium bezeichnet. Weitere nautische Geräte liegen auf dem Tisch vor ihm.
König Manuel I., der hier in einem Anfangsbuchstaben aus einer illuminierten Handschrift porträtiert ist, setzte zwar nur das Werk der Großen der Entdeckungsgeschichte -wie seine Vorgänger Heinrich der Seefahrer und Johann II. es waren - fort, aber die Sternstunden Portugals fielen in seine Regierungszeit. In den Jahren zwischen 1495 und 1521 beherrschte seine Nation die Seewege zwischen Europa und Asien, sie entdeckte Brasilien, nahm mit China Kontakt auf und wurde in Indien zur reichen Kolonialmacht.
Der Hl. Erasmus, der Schutzpatron der Seefahrer, hält in der Linken eine Fackel mit seiner heiligen Flamme; in seiner anderen Hand ruht eine Karacke, in deren Mastspitzen dieselbe gespenstische Flamme tanzt. In schweren Gewittern zeigte die Erscheinung dieser statischen Entladung, das sogenannte St.-Elms-Feuer, den Seeleuten - auch denen Magellans - an, daß ihr himmlischer Beschützer ihnen in dieser Stunde nahe war.

Der große Ozean im Westen

Als Ferdinand Magellan im Jahre 1519 in Spanien für seine historische Seereise die Segel setzte, war ihm die Existenz eines Ozeans auf der anderen Seite der amerikanischen Landmasse bereits bekannt. Sechs Jahre vorher war ein anderer spanischer Entdecker auf dem Landweg über den Isthmus von Panama vorgestoßen. Dieser Mann, Vasco Núnez de Balboa, gehört zu den seltsameren und sympathischeren Gestalten in den Analen der Entdeckungsgeschichte.
Er hatte sich als Entdecker noch keinen Namen gemacht, er hatte auch keinen Auftrag vom Königspaar, und eigentlich waren es nur Zufälle, die ihn zu seiner bedeutenden Tat hinführten.
Mit 26 Jahren war Balboa im Jahre 1501 in die neue Welt gefahren, um dort auf der Insel Hispaniola, die gerade einen großen Aufschwung nahm, als Plantagenbesitzer ein Vermögen zu erwirtschaften, was ihm vollkommen mißlang. Um dem Drängen seiner Gläubiger zu entrinnen, schlich er auf ein Schiff, das Kolonisten nach Panama brachte. Er versteckte sich in einem großen Faß, bis die Schiffe bereits weit auf dem Meer draußen waren. Da ihnen schwere Zeiten bevorstanden, konnte es nicht schaden, wenn sie einen Matrosen mehr hatten; so nahm der Anführer der Expedition Balboa in die Gemeinschaft an Bord auf.
In Darién, auf der Landenge von Panama, erwies Balboa sich tatsächlich als geschickter Bursche - ob beim Decken von Strohdächern oder beim Palaver mit den indianischen Nachbarn der Siedler. Als 1511 die Kolonie gegründet wurde und der von König Ferdinand ernannte Gouverneur eintraf, wollte dieser das Kommando übernehmen und verlangte das Gold, das die Siedler von den Indianern eingetauscht hatten. Die Siedler wählten Balboa zu ihrem Anführer und trieben den habgierigen Gouverneur zu seinem Schiff zurück. Balboa richtete rechtzeitig ein Gesuch an die Krone, in dem er um die unbefristete Ernennung zum Gouverneur bat. Unter seinen Vorzügen nannte er auch den folgenden: "Meine Männer durften sich von diesem Ort nur entfernen, wenn ich ihnen vorausging, ob es bei Tag oder bei Nacht war, ob der Weg durch Flüsse und Sümpfe oder durch Wälder und über Berge führte."
Die Antwort aus Spanien war Schweigen. Balboa entschloß sich deshalb zu einer Tat. Als er von den Indianern hörte, daß jenseits der Landenge ein großer Ozean liege, versammelte er 190 Spanier und 800 Indianer um sich, mit denen er am 1. September des Jahres 1513 in die Urwälder aufbrach. Kundige indianische Führer und Balboas eigener fast unheimlicher Instinkt führten sie auf eine Route, auf der sie den Isthmus an einer nur 80 Kilometer breiten Stelle überqueren konnten. Nach 24 Tagen erklommen er und seine Männer die kühlen Höhen eines Bergs: In der Ferne sahen sie den verheißenen Ozean.
Mit dieser folgenschweren Entdeckung verdiente Balboa sich zwar den Titel eines Admirals der Südsee, aber der Posten eines Gouverneurs von Darién wurde ihm vom König noch immer verweigert. Nur wenige Monate nach Balboas Rückkehr traf Pedro Arias de Avila, der neue Gouverneur, ein. Obwohl die beiden mehrere Jahre in scheinbarer Eintracht nebeneinander lebten, kam die Eifersucht des Gouverneurs auf Balboa schließlich doch zum Ausbruch. Wegen der Rolle, die er in der früheren Rebellion gespielt hatte, wurde Balboa des Hochverrats angeklagt und in einem Schnellverfahren für schuldig befunden. Am 12. Januar des Jahres 1519 wurde Balboa enthauptet.

 

  back top