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 | Dienstzeit - Tender Neckar - 7. Schnellbootgeschwader |
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Fortsetzung
Schulschiff Deutschland - Kiel - Wik
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Es kam auch einmal ein amerikanisches Landungsgeschwader nach Kiel zu Besuch, Pötte so hoch wie deren Häuser. Da konntest du mit dem Fernglas die Brücke suchen. Auf ihre Schiffe, oder auch Boote haben uns die Amis nicht gelassen, dafür stieg der Bierpreis in den Kieler Kneipen um das doppelte. Weil ich gerade beim Thema Bier bin, der Suff war auch nicht gerade ohne. Auf den Mannschaftsdecks herrschte Alkoholverbot, nicht alle hielten sich daran. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1976 ging ich, mit zwei Flaschen Bier in den Händen, den Niedergang zu unserem Deck hinunter, in der Mitte kam mir ein älterer Kapitän zur See entgegen, ich weiß bis heute nicht wer das war, der sah mich, hat gelacht und sagte Prost - Toller Kerl. Um beim Alkohol zu bleiben. Als wir noch in Hamburg lagen, ging ich mit einem Kameraden, in weißer Arbeitsuniform, nach St. Pauli hoch, wir wollten dort zwei Flaschen guten Tropfen kaufen, als wir zurück kamen war ich pleite. Na ja, was soll's, sie war jung und schön.
Segelschulschiff Gorch Fock - Kiel
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Im Marinearsenal lag uns gegenüber die Gorch Fock, sie erinnerte mich immer an die 13 ½ Stunden Verspätung während der Grundausbildung. Die Gorch Fock begegnete uns einmal unter vollen Segeln auf der Nordsee, das läßt jedes Seemanns Herz höher schlagen. Wenn ich bedenke, daß ich zur 200 jahrfeier nach New Yorck gekommen wäre, schießen mir noch heute die Tränen in die Augen.
Die Neckar nahm während meiner Borddienstzeit an einigen Manövern teil, z.B. an der SEF 3/78* auf der Nordsee. Oft waren wir auch in dänischen Gewässern.
Nochmals kurz zurück zum Stützpunkt Kiel - Wik. Die beiden folgenden Bilder zeigen den Tender Werra sowie zwei Binnenminensuchboote der Fauenlob-Klasse. Diese Boote haben Holzrümpfe und sind mit Räumgeräten ausgerüstet.
Binnenminensuchboote der Frauenlob-Klasse - Kiel - Wik - links M 2663 Minerva, rechts M 2665 Loreley
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Die Boote gehörten dem 7. Minensuchgeschwader an und nahmen an nationalen und multinationalen Übungen und Manövern teil. Als etwas größerer Typ der Ariadne-Klasse wurden die zehn Boote der Frauenlob-Klasse gebaut. Wie schon erwähn hatten sie Holzrümpfe, konnten aber auch, dann natürlich ohne Räumgerät, 30 Minen aufnehmen und als Minenleger fahren.
Der Tender Werra gehörte dem Minenabwehrgeschwader Nordsee an. Das Geschwader umfaßte alle 18 Boote des Typs Lindau. Das Minenabwehrgeschwader Nordsee stellt laufend Boote zur STANAVFORCHAN** ab.
* Ständige Einsatzgruppe Flotte, bez.Standart-Einzelausbildungsverband der Flotte
** Standing Naval Forces Atlantic (Ständige Seestreitkräfte der NATO im Atlantik)
Tender Werra mit Booten - Kiel - Wik
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Wie schon erwähnt fanden öfter Manöver und Fahrten in dänischen Gewässern statt. Der nördlichste Marinestützpunkt den wir besuchten war Frederikshavn. Die Fahrt ging an Schweden vorbei ins Kattegat, dann Anlegen in Frederikshavn. Ich habe nie wieder einen so schneereichen Winter erlebt wie hier, diese Massen an Schnee sind für uns einfach Wahnsinn. Im Gegensatz zur Deutschen Marine mußte hier keiner Wache schieben, die Dänen haben ihre Pötte einfach dicht gemacht, und Ende.
Die Neckar in Küstennähe
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Auch gab es hier klasse Hot Dogs und klasse Mädels, denen konntest du nichts erzählen, die sprachen alle, außer dänisch, auch deutsch. Eine andere Reise führte uns wieder durch's Kattegat ins Skagerrak, also von der Ostsee in die Nordsee, diesmal nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal, Richtung Borkum.
Besatzungsmitglieder beim Kutterpullen
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Hier ankerten wir gelegentlich auch 'mal um zu angeln, die Fische, meist Makrelen, bissen auf den blanken Haken. Bei einem 6er Paternoster hattest du meist gelitten, da riss die Schnur. Das Schreckliche nach diesen Angelorgien war, zum Mittagessen gab es oft Fisch. Gebraten, gedünstet, gekocht, filetiert, roh - nein roh nicht, wäre aber doch auch eine Idee. Auch war hier Kutterpullen abgesagt, Gnade dem, der hier pinkeln muße. Wer schon einmal gegen den Wind gepinkelt hat weiß von was ich rede.
Auf Borkum verbrachten wir zwei Tage, wobei am zweiten Tag ein "Open Ship" stattfand. Es waren erstaunlich viele Besucher an Bord. Hier zeigten wir was uns auf See das Leben retten kann, nämlich Rettungsübungen. Dazu wurde eine Rettungsinsel funktionsfähig vorgeführt.
Rettungsübung auf Borkum
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Auch ich sprang, bewaffnet mit einer Schwimmweste, in den Bach und wurde in die Insel gehievt. Am nächsten Morgen sah ich aus wie ein Streuselkuchen, überall Hautrötungen und Pusteln, was mir 3 Tage Bordlazarett einbrachte. Irgendwie war die Brühe rund um Borkum wohl nicht die sauberste.
Sea-King über der Neckar, inkl. Rundflug
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Während dieses Manövers erhielten wir Besuch von den Marinefliegern, d.h., ein Sae-King gab uns die Ehre. Wer Glück hatte, und sich gerade auf dem Oberdeck befand, wurde per Gurt nach oben gezogen und konnte eine Runde mitfliegen.
Bezüglich Oberdeck möchte ich hier kurz die "Flaggenparade" erwähnen. Dieses Ritual wurde jeden Morgen und Abend, wenn wir an der Pier lagen, vollzogen. Auf der Neckar mußte der E-Gast vom Dienst die Flaggenparade vollziehen.
Über die Bordsprechaußenanlage wurden folgende Befehle gegeben:
ZUR FLAGGENPARADE - die S-Boot-Besatzungen bereiten sich vor
NIEDER - hier wurde der Dreieckswimpel vom Mast niedergeholt
AN OBERDECK STILLGESTANDEN, FRONT ZUR FLAGGE
HEISST FLAGGE - morgens HOLT NIEDER FLAGGE - abends
RÜHRT EUCH
So konnte auch 'mal ein kleiner E-Gast einen Offizier Männchen machen lassen.
"Hier könnt ihr euch die Signale mit der Bootsmanns-Maaten-Pfeife anhören"
Zur Flaggenparade
Flaggenparade
Stürmische See
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Weitere Manöver führten uns immer wieder in die Ost-, oder Nordsee. Wir lagen u.a. bei Helgoland vor Reede, besuchten dänische Häfen, warfen Wasserbomben oder führten Ziel-Schieß-Übungen durch.
Einmal begegneten wir einem russischen Kreuzer-Verband, riesige Schiffe. Wenn die ihre Motoren voll aufdrehten wurde es unruhig auf der Ostsee.
Begegnung auf der Ostsee
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Im Vergleich zur Neckar waren das Hochhäuser. Zerstörer und S-Boote waren auch dabei, nur alles viel größer.
Zum Schluß ein kleines Resümee.
Die Dienstzeit bei der Deutschen Marine war eine schöne Zeit. Leider war ich damals allen anderen Dingen zugetan, nur nicht der Bundeswehr.
Erst einige Jahre später entdeckte ich mein maritimes Interesse. Ich hätte nach meiner Dienstzeit 1977, zusammen mit einem Bekannten, in Hamburg auf einem Pott anheuern können, wer weiß was heute wäre, bestimmt keine Seefahrerromantik. Um mein Interesse an allen maritimen Dingen zu kompensieren, habe ich z.B. diese Homepage geschrieben. Hierdurch kann ich mit Gleichgesinnten Kontakt aufnehmen, und habe auch schon ehemalige Kameraden von der Neckar gefunden.
Werra mit S-Booten
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S-Boote im Manöver
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Entlassungsbild Tender Neckar
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