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 | Die Armada |
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Die Armada Fortsetzung
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Eine mächtige Flotte für Philipps Kreuzzug
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"Sie unter Segel zu sehen heißt Zeuge sein der Erhabenheit einer wahren Stadt aus den größten Schiffen der Welt", rief ein Spanier aus, der nach Lissabon reiste, um das Auslaufen der Armada mitzuerleben. In der Tat stellten die 130 Schiffe der Flotte eine außerordentlich verschiedenartige Ansammlung dessen dar, was die Seefahrertraditionen von spanischen Besitzungen an den europäischen Küsten, denen des Mittelmeers wie des Atlantiks, verkörperte.
Die wichtigste Aufgabe im Kampf für die spanische Sache fiel 20 Galeonen zu. Diese Schiffe wiesen im allgemeinen die zeitgenössische Bauweise von Kriegsschiffen auf, aber ihre Kastelle waren höher als die der englischen Schiffe. Die robust gebauten und schwerbewaffneten Galeonen hatten schon lange die gefährliche Arbeit verrichtet, die Silberflotten Tausende von Seemeilen über den Ozean zu begleiten, und man erwartete von ihnen, daß sie es mit jedem Schiff des Feindes aufnehmen würden.
Unterstützt wurden die Galeonen durch acht Kriegsschiffe aus verschiedenen Mittelmerhäfen. Die Hälfte davon waren Galeeren, deren niedrige Bauweise und doppelte Antriebsmöglichkeit - durch Ruder und Lateinsegel - bereits in den frühen Zeiten der Mittelmeerschiffahrt aufgekommen war. Mit diesen schlanken Wasserfahrzeugen verwandt waren vier massige, vollgetakelte Galeassen, ein Schiffstyp, der aus dem Erfordernis hervorgegangen war, die Seetüchtigkeit und Waffenstärke der zeitgenössischen Galeone mit der Manövrierfähigkeit der traditionellen Galeere zu verbinden.
Der kämpfende Teil der Streitmacht wurde durch 44 Karacken ergänzt - Kauffahrer, die im ganzen Reich requiriert worden waren. Um für den Kampf gerüstet zu sein, hatten sie zusätzliche Bestückung und hohe Decksaufbauten für den Nahkampf erhalten.
Zur Unterstützung der Kampfschiffe gab es noch eine Vielzahl anderer Wasserfahrzeuge, die ebenfalls in den Seehäfen Philipps II. zusammengesammelt worden waren. Darunter befanden sich fast zwei Dutzend Küstenwachboote, Patachen genannt, und eine Flottille von 23 Urkas, die genug Laderaum hatten, um umfangreiche Holzladungen von der Ostsee zu den Häfen des spanischen Herrschaftsbereichs zu transportieren; nun sollte sie Ausrüstung und Vorräte nach England schaffen, die zur Unterstützung der gewaltigen spanischen Streitmacht im bevorstehenden Kampf benötigt wurden.
Galeone
Mit ihrer aufragenden, burgartigen Heckgalerie und ihrem aus kräftigen Planken gebauten Rumpf verdrängte die Dreimastgaleone - das wichtigste Kriegsschiff der Armada - 250 bis 1000 Tonnen. Die größten Galeonen hatten bis zu 50 schwere Geschütze und 500 Männer an Bord.
Galeasse
Die große, mit Rudern ausgerüstete Galeasse hatte einen geringen Tiefgang, maß von ihrem mit Eisen verstärkten Rammsporn bis zum Heck 66 Meter und führte 50 Geschütze. Trotz ihrer ehrfurchtgebietenden Erscheinung war sie zu schwerfällig, um Galeonen auszumanövrieren.
Galeere
Die anmutige Galeere, für die geschützten Gewässer des Mittelmeerraumes und für den Nahkampf auf See hervorragend geeignet, galt bei den spanischen Befehlshabern als unwichtiger Anhang der Armada. Das Lateinsegel und er geringe Tiefgang ließen sie für nördliche Winde und Gewässer als nicht sehr geeignet erscheinen.
Patache
Als wendiger Segler leistete die 70 Tonnen große Patache weit mehr, als ihre geringe Größe vermuten läßt. Sie diente zur Erkundung, trug Befehle von Schiff zu Schiff und beförderte Depeschen an Land. In der Schlacht wurden die Patachen zusammengezogen, um die Versorgungsschiffe vor feindlichen Angriffen zu schützen.
Karacke
Die vollgetakelte Karacke war zwar langsamer und nicht so robust wie die spanische Galeone, konnte sich jedoch im Gefecht durchaus behaupten, wenn sie mit schwerer Artillerie bewaffnet und außerdem mit hohen Vorder- und Achterkastellen für den Nahkampf ausgerüstet war.
Urka
Mit ihren drei Normalsegeln und dem ausladenden Rumpf war die Urka das schwerfälligste Schiff der Armada - als Transportmittel jedoch durchaus zufriedenstellend. Der dunkelgetönte untere Teil des Rumpfes rührte daher, daß die Seeleute in Nordosteuropa Pech und Teer verwendeten, um einen Bewuchs zu verhindern; im Gegensatz dazu erhielten Schiffe, die in wärmeren Gewässern zu Hause waren, einen Anstrich, der aus einer Mischung aus Talg, Schwefel, zerstoßenem Glas und Bleiweiß bestand.
Die junge Technik des Marinegeschützwesens
Als die Engländer und die Spanier 1588 aufeinandertrafen, verfügte jede Seite über mehr als 20 verschiedene Arten von Kanonen. Sie reichten von 1,50 Meter bis hin zu 4.20 Meter langen Giganten, deren Gewicht mehr als vier Tonnen betrug. Einige feuerten Kugeln aus Stein, andere Kugeln aus Eisen.
Trotz aller Unterschiede im Detail ließen sich die Geschütze in zwei Kategorien einteilen, die durch die hier abgebildeten Waffen erläutert werden. Das Geschützrohr des Hinterladers wurde aus schmiedeeisernen Stäben und Ringen hergestellt, die miteinander verschweißt wurden. Daran angefügt wurde eine auswechselbare, mit Metallringen umkleidete Pulverkammer. Der andere Geschütztyp wurde als Ganzes hergestellt, indem man Bronze in eine Tonform goß. Diese Unterschiede bedingten voneinander abweichende Ladetechniken.
Der erste Schritt beim Laden des Hinterladers bestand darin, ein bestimmtes Quantum Pulver in die abnehmbare Kammer zu geben und mit einem Holzpropf abzudecken. Als nächstes wurde die Kugel in das hintere Ende des Rohrs geschoben, die Kammer in die ausgekehlte Lafette eingesetzt und hinter ihr ein kräftiger Verschlußkeil eingeschlagen.
Da das gegossene Geschütz keine auswechselbare Kammer besaß, mußte es von der Mündung her geladen werden. Die Pulverladung, die sich gelegentlich auch in einer Stoffkartusche befand, wurde in das Rohr gefüllt. Dann kam der Ladepfropf, der mit einem Aufsetzer festgedrückt wurde. Der Ladepropf diente dem doppelten Zweck, die Ladung in der Kammer zu sichern und sie bis zum Gebrauch trocken zu halten, da die Geschütze oft vor der Schlacht geladen wurden. Als nächstes ließ man die Kugel in das Rohr gleiten.
Das Feuern war bei beiden Geschützen gleich. Auf Befehl des Richtkanoniers wurde das Zündloch gesäubert und etwas Pulver aus einem Horn oder einer Flasche aufgeschüttet. Dann wurde die Waffe mit einem Richthebel, der am hinteren Ende der Lafette angesetzt wurde, nach links oder rechts gerichtet. Ein Geschütz, das auf einem Lafettenbalken ruhte, ließ sich nicht erhöhen, während eines, das auf einer Blockräderlafette lag, sich mittels eines Richtkeils etwa 20 Grad heben oder senken ließ. Zuletzt führte der Kanonier einen brennenden Luntenstock an das Zündloch, und die Kanone ging los. Der Rückstoß wurde von Seilen aufgefangen, die von den Bordwänden zu den Zugringen liefen.
Von den beiden Geschütztypen war das aus Bronze gegossene Geschütz teurer herzustellen. Zahllose schmiedeeiserne Hinterlader explodierten jedoch beim Abfeuern und forderten furchtbare Opfer. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kam die Gußbronze mehr und mehr in Gebrauch und wurde schließlich für die großen Schiffsgeschütze allgemein verwendet.
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