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Die Seefahrer des Altertums

Die Seefahrer des Altertums Fortsetzung
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Ein Kampf zwischen Ost und West

Du siehst, wie der Blitzstrahl der Gottheit die höchsten Geschöpfe trifft, die sich prunkend überheben, während die kleinen den Neid der Gottheit nicht reizen. Du siehst, wie der Gott seine Blitze immer gegen die höchsten Bäume schleudert. Alles Große pflegt die Gottheit in den Staub zu werfen!
Mit diesen Worten, so berichtet der griechische Historiker Herodot, warnte Artabanos, der Onkel und Berater des persischen Großkönigs Xerxes, seinen Gebieter vor den Folgen einer geplanten Invasion Griechenlands.
Xerkses als Kronprinz
Dieses Porträt zeigt Xerxes als Kronprinzen, trotz seiner Jugend mit langem Bart. Er war Mitte dreißig, als er seinem Vater auf den Thron folgte. Die Niederlage in der Schlacht von Salamis sechs Jahre später leitete den Verfall seiner Macht ein, der schließlich zu seiner Ermordung im Jahre 464 v. Chr. führte.
In der Tat trennte der Bosporus damals im Jahre 485 v. Chr. zwei Reiche, die man sich unterschiedlicher kaum vorstellen konnte.
Die Beziehungen zwischen Persien und Griechenland waren seit langem gespannt, ja feindselig. Schon unter Xerxes' Vater Dareios hatten die Perser die Griechen Kleinasiens und Zyperns unterworfen. 490 v. Chr. landete Dareios mit 25 000 Mann in der Bucht von Marathon auf dem griechischen Mutterland. Die Niederlage bei Marathon durch die schwerbewaffneten athenischen Fußsoldaten stachelte die Perser jedoch zu noch größeren Anstrengungen an. In den nächsten drei Jahren konzentrierten sich alle Kräfte des Riesenreiches auf die Vorbereitung einer neuen Invasion. Der bei seiner Thronbesteigung im Jahre 486 etwa 32jährige Sohn des Xerxes stand in seiner Entschlossenheit, Griechenland zu demütigen, seinem Vater in nichts nach. Xerxes wird als großgewachsener, gutaussehender Mann beschrieben, der wilden Leidenschaften unterworfen war und Fehlschläge nicht ertragen konnte - der Prototyp des orientalischen Despoten, jedoch ein ausgezeichneter militärischer Organisator.
Schon 483 v. Chr. lagen Hunderte persischer Kampfgaleeren und Transporter in den Kriegshäfen Ägyptens, Zyperns, Phöniziens und Kleinasiens bereit. Die nördliche Ägäis, an deren Küste die Heere des Xerxes aufmarschieren sollten, befand sich unter persischer Kontrolle. An den Aufmarschwegen waren Lebensmitteldepots, gefüllt mit haltbarem Pökelfleisch und Getreide, eingerichtet worden. Um sich die gefährliche Umschiffung der Halbinsel Athos zu ersparen, bauten die Perser in mühevoller Arbeit einen fast zwei Kilometer langen Kanal, der die Landenge in einer Breite von zwei Galeeren durchschnitt.
Noch eindrucksvollere technische Leistungen vollbrachten die Perser bei der Überquerung des Hellespont, einer gut eineinhalb Kilometer schmalen Meeresenge, die Europa von Kleinasien trennt. Zu Beginn des Jahres 480 errichteten sie eine schwimmende Doppelbrücke aus Hunderten von untereinander verbundenen Galeeren. Kurz nach ihrer Vollendung wurden die Brücken bei einem Sturm schwer beschädigt. Der Großkönig befahl daraufhin, das Wasser des Hellespont mit 300 Peitschenhieben zu bestrafen und ein Paar Fußfesseln hineinzuwerfen, wobei seine Männer riefen: "Du bitteres Wasser! So züchtigt dich der Gebieter, weil du ihn gekränkt, der dich doch nie gekränkt hat. König Xerxes wird über dich hinweggehen, ob du nun willst oder nicht."
Die Invasion Griechenlands begann Anfang Mai 480 v. Chr. Um die Götter gnädig zu stimmen, ließ Xerxes am Morgen der Überquerung des Hellespont die schwimmenden Brücken mit Myrtenzweigen bestreuen und Räucherwerk entzünden. Ein riesiges Heer stand unter Waffen. Herodot freilich übertreibt seine Größe, wenn er von zwei Millionen Soldaten spricht, die ganze Flüsse leergetrunken hätten, um ihren Durst zu löschen. Vermutlich handelte es sich um 200 000 Soldaten - von unzähligen Trägern und Lasttieren ganz zu schweigen.
Sieben Tage lang strömten sie über die Doppelbrücke. Ohne auf Widerstand zu stoßen, marschierte Xerxes, von der kaiserlichen Riesenflotte begleitet, an der Küste der nördlichen Ägäis entlang nach Westen. Als ein binnenländisches Volk hatten die Perser ihre gut 120 Triremen und zahllosen anderen Kriegs- und Versorgungsschiffe mit Phöniziern, Ägyptern, Zyprioten sowie den Griechen Kleinasiens bemannt - den traditionellen Seefahrernationen ihres Reiches. Damit sahen sich die Griechen der vereinigten Seemacht des gesamten östlichen Mittelmeerraumes gegenüber, die sich über die Ägäis drohend ihrer Heimat näherten.
Modell einer Triere
Die Triere (griechisch) oder Trireme (lateinisch, beides zu deutsch: Dreiruderer) war ein rudergetriebenes Kriegsschiff des Altertums mit drei gestaffelt angeordneten Reihen von Riemen. Sie war vom 6. bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. das wichtigste Kriegsschiff der Seemächte im Mittelmeer
Die Besatzung der angreifenden Triremen bestand, ähnlich wie die der Griechen, aus 170 Ruderern sowie Matrosen und Soldaten. Die 300 Phönizischen Triremen zeichneten sich besonders durch ihre Gewandtheit und Größe aus, im Unterschied zu den meisten griechischen Triremen waren sie allerdings zu leicht gebaut, um erfolgreich rammen zu können. Ihre bevorzugte Kampftechnik bestand im Entern des gegnerischen Schiffes. Die Besatzung trug Bronzehelme, Brustpanzer aus derbem Leinen sowie leichte Schilde ohne Randbeschlag und wurfspeerartige Lanzen. Das zypriotische Kontingent zählte etwa 150 Triremen, deren Besatzungen in leichter Rüstung Schwerter und Speere ins Feld führten. Die Kampftruppe der Ägypter, auf mehr als 200 Triremen, mit metallenen Helmen, randverstärkten Schilden, schweren Lanzen und mächtigen Äxten bewehrt, sollte sich als ein Gegner erweisen, der die Griechen das Fürchten lehrte. Aus anderen Teilen des Reiches kamen weitere 250 Kriegsschiffe.

Die Kampfkraft der auf den Decks postierten Soldaten war der Wirkung der Rammsporne ebenbürtig. In der Schlacht enterten sie, lange Speere und tödliche Schwerter schwingend, gepanzert mit der besten Rüstung jener Tage, die feindlichen Decks.
Ein griechischer Fußsoldat, wie er damals zu Lande oder auf den Galeeren kämpfte, war von Kopf bis Fuß von Bronze umschlossen, angefangen von den genau angepaßten Beinschienen bis zum Helm mit Nasen- und Wangenschutz. Auch der Federbusch diente nicht nur zur Verzierung des Helmes, er sollte auch die Wucht eines von oben geführten Hiebes abschwächen. Ein mit Bronze verstärkter Holzschild schützte die übrigen Körperpartien des Kriegers gegen Verletzungen.
Ganz anders die persischen Krieger: Sie trugen Stoffhelme und lederne, korsettartige Brustpanzer, ferner einen Schild aus Weidengeflecht und einen kürzeren Speer. Viele führten zusätzlich einen oft reich verzierten Dolch mit sich. Doch in den meisten Fällen war der Zweikampf wegen der überlegenen griechischen Bewaffnung schon entschieden, ehe die persischen Soldaten von ihrem Dolch Gebrauch machen konnten.

Diese eindrucksvolle Bronzeplastik aus dem späten 6. Jahrhundert v. Vhr. zeigt mit Ausnahme des Speeres in der zum Stoß erhobenen Hand die typische Bewaffnung eines griechischen Fußsoldaten.
Diese griechische Rüstung mit Gesichtsschutz, Brustharnisch und Unterleibspanzer bot dem Krieger weitgehenden Schutz.

Die griechischen und kleinasiatischen Verbündeten steuerten annähernd 300 Triremen bei. Ihre Mannschaften unterschieden sich nach Ausbildung und Bewaffnung kaum von denen des griechischen Festlandes. Im allgemeinen schwer und gut gerüstet, trugen einzelne doch abenteuerliche Kostümierungen zur Schau: Ziegenmäntel und federgeschmückte Hüte. Den auffälligsten Verband führte eine Frau an, Königin Artemisia, die "mutig und heldenhaft genug" war, mit fünf Schiffen aus dem Königreich Halikarnassos an der Westküste Kleinasiens selber in den Krieg zu ziehen, obwohl ein Sohn im Jünglingsalter vorhanden und sie gar nicht dazu gezwungen werden konnte.

Entscheidung bei Salamis

Die Schlacht bei Salamis kann als Schulbeispiel für die strategisch beste Ausnutzung geographischer Gegebenheiten gelten. Die griechischen Verteidiger, die sich einer gewaltigen persischen Überlegenheit von drei zu eins gegenübersahen, hatten ihre Flotteneinheiten an der Ostküste der Insel Salamis konzentriert. Auf keinen Fall durften sich die Griechen, nach Auffassung ihres Oberbefehlshabers Themistokles, von der persischen Flotte in die offenen Gewässer des Saronischen Golfes locken lassen. Sie mußten vielmehr die Entscheidung in der Straße von Salamis suchen.
Themistokles benutzte eine List: Er gab sich den Persern gegenüber als Überläufer aus, indem er ihnen die Nachricht von einer angeblichen griechischen Flucht zuspielte. Sofort entsandte der Großkönig Xerxes einige Geschwader zur Straße von Megara westlich der Bucht von Eleusis, um den vermeintlichen Fluchtweg zu blockieren. In den frühen Morgenstunden des 20. September 480 v. Chr. sandte Xerxes seine übrige Flottenstreitmacht an der Insel Psyttaleia vorbei in die Straße von Salamis hinein und riegelte so den noch einzigen Fluchtweg ab. Die nach seinen Informationen bereits demoralisierte griechische Führung würde, so glaubte Xerxes, sich ohne nennenswerten Widerstand ergeben, sobald sie die tödliche Gefahr einer solchen Falle erkannt hatte.
Tatsächlich segelte die persische Flotte direkt in die griechische Falle. Weit davon entfernt, zu fliehen oder gar den Kampf in den offenen Gewässern der Bucht von Eleusis zu suchen, erwarteten die Griechen die persischen Galeeren am Ausgang des engen Korridors zwischen der Insel Hagios Giorgios und einem kleineren, dem Festland vorgelagerten Eiland.
Themistokles gelang es, die zahlenmäßige Unterlegenheit der Griechen schlagartig in eine taktische Überlegenheit umzuwandeln, denn die meisten griechischen Schiffe lagen so, daß sie ihre Kampfkraft auf die wenigen persischen Galeeren konzentrieren konnten, sobald diese sich am Ausgang der Meerenge zeigten. Tapfer erwehrten sich die unterlegenen Perser fast eine Stunde lang der griechischen Angriffe, bis offensichtlich wurde, daß sie Mann für Mann und Schiff für Schiff vernichten würden. Die Schiffe der persischen Vorhut rammten auf ihrem Rückzug die sich in der Straße drängenden eigenen Kriegsschiffe. Schon beim ersten Angriff verloren die Perser 200 ihrer tausend Galeeren; die Zahl der beim Rückzug aufgebrachten oder zerstörten Schiffe ging in die Hunderte.

Hätten die Griechen nicht bei Salamis gesiegt, wäre Griechenland in die Hände der Perser gefallen - und die abendländische Geschichte hätte einen anderen Verlauf genommen. Denn die winzigen griechischen Stadtstaaten legten in den darauffolgenden hundert Jahren mit ihrer künstlerischen und intellektuellen Leidenschaft den Grundstein der Neuzeit.
In einem flüchtigen Moment geistiger Blüte schuf dieses relativ kleine Volk mit seiner Kunst, Wissenschaft und Literatur die erste umfassende Kultur, die Glauben und Aberglauben der Vernunft unterordnete. Es waren die zäh ringenden Männer und Schiffe in der Schlacht von Salamis, die das 2500 Jahre alte Vermächtnis schöpferischer Phantasie und rationalen Denkens unserer Zivilisation beschert haben.

Das Aufblühen des Handels

In den Wirren der Schlacht von Salamis schlug die Geburtsstunde des Goldenen Zeitalters von Athen. Der Sieg bedeutete für die Athener eine fortschreitende Demokratisierung von Staat und Gesellschaft, die ihrerseits das Aufblühen von Kunst und Wissenschaft begünstigte. Hand in Hand mit dieser kulturellen Blüte ging eine gewaltige Ausdehnung des Handels, der aus naheliegenden Gründen über See abgewickelt wurde.
Die wenigen Fernhandelsstraßen Griechenlands hatten griechische Händler schon seit alters her veranlaßt, ihr Glück im Seehandel zu versuchen. Als Inselhändler glitten sie über die schimmernde Ägäis von Eiland zu Eiland, einem milden Meer vertrauend, das über die Hälfte des Jahres stete Winde bescherte und sie nur selten durch Stürme gefährdete. Bald wagten sich griechische Kaufleute auch auf das offene Meer hinaus, um auf entfernten Märkten ihr Glück zu versuchen. So vertrauten sich beispielsweise griechische Schiffe schon um 1200 v. Chr. den steten Nordwinden an, die ihnen Kauffahrten zum fernen Nil ermöglichten. 600 Jahre später gestatteten ihnen die Ägypter bereits die Gründung der Handelsmetropole Naukratis, etwa 16 Kilometer vom großen, lebenspendenden Fluß entfernt und mit ihm durch einen neugegrabenen Kanal verbunden. In den vier großen Lagerhäusern von Naukratis warteten vor allem Leinen und Papyrus auf die Verschiffung nach Griechenland.

Münzen aus aller Welt
Drei Währungen waren im 4. und 5. Jahrhundert im Mittelmeerraum weithin verbreitet: der goldene persische Dareikos mit einem speertragenden Bogenschützen (oben), die mit einer Eule verzierte attische Silbermünze (Mitte) und die silberne Münze des Stadtstaates von Kyzikos, die den mit der Schlange kämpfenden Knaben Herkules auf der Vorderseite zeigt.

Mit der Ausbreitung des Mittelmeerhandels im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der seit Urzeiten zwischen Bauer und Städter übliche direkte Tausch als Grundlage des Handels durch den Gebrauch von Geld ersetzt. Das Geschrei der Geldwechsler, die die letzten Wechselkurse verkündeten, lenkte die Schritte der mit unterschiedlichen Münzen ausgestatteten Seefahrer zu ihren Tischen. Diese gehörten zu den zentralen Punkten im Hafen von Piräus, der Drehscheibe des athenischen Handels.
Anfangs wurden fast alle Münzen akzeptiert. Als jedoch immer mehr Kaufleute aus verschiedenen Ländern ihre Geschäfte in Athen abwickelten, setzte sich bei den Geldwechslern nicht zuletzt wegen der wachsenden Unübersichtlichkeit eine Vorliebe für bestimmte, vertrauenswürdige Währungen durch. Zu ihnen gehörten auch die drei links abgebildeten Münzen.
Das überall begehrte Gold war das Münzmaterial der östlichen, von den Persern beherrschten Staaten. Griechenland selbst besaß wenig Gold und schlug Silbermünzen, da dieses Edelmetall reichlich vorhanden war. Jeder griechische Stadtstaat besaß jedoch seine eigene Währung. Besonders beliebt waren die Silbermünzen von Kyzikos, dem griechischen Stadtstaat und Handelszentrum am Eingang zum Schwarzen Meer.
Als jedoch Athen zur führenden Macht im Delisch-Attischen Seebund, einem Zusammenschluß griechischer Stadtstaaten, aufstieg, sorgten athenische Handelsherren nicht nur für die Verlegung der Bundeskasse von der Insel Delos nach Athen, sie zwangen auch ihre Bündnispartner zur Übernahme der attischen Währung (Mitte links) als Handelswährung im östlichen Mittelmeerraum durchgesetzt.

In den meisten Fällen borgte sich der Kaufmann, der das Schiff vom Eigentümer und Kapitän gechartert hatte, das erforderliche Geld erst zusammen. Geldanleger, die gewillt waren, das benötigte Kapital für den Kauf von Waren und für die Chartergebühr zuzuschießen, brauchte man an den Kais des Hafens von Piräus nicht lange zu suchen. Dazu waren die schnellen und hohen Gewinne zu verlockend. Nicht selten konnten die Geldgeber bei der Rückkehr des Schiffes nach wenigen Monaten eine Rendite von bis zu 30 Prozent einstreichen. Die Kauffahrer bezahlten diesen Zinssatz ohne Murren, da sie mit Recht erwarteten, ihre Ware mit hundert Prozent Gewinn an kauflustige Kunden losschlagen zu können.
Handelsschiff
Handelsschiff
Üblicherweise übernahm der Kapitän die Verantwortung für die Beladung des Schiffes. Nach dem Abflauen der Frühjahrsstürme lief er mit seinem dickbauchigen Fahrzeug aus, das im Vergleich zu den windhundartigen Galeeren, die die Handelsrouten der Ägäis beschützten, wie eine plumpe Promenadenmischung wirkte. Der hochbordige, tief ins Wasser eintauchende Schiffsrumpf ließ erkennen, daß Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit unwichtiger waren als Fassungsvermögen und Seetüchtigkeit. Das durchschnittliche Handelsschiff jener Zeit nahm 100 bis 150 Tonnen Ladung auf, die gewaltigsten unter ihnen konnten bis zu 400 Tonnen fassen. Diese Schiffe waren mit einem einzigen breiten Hauptsegel ausgerüstet. Bei günstigem Wind segelte das Schiff gemächlich mit einer Geschwindigkeit von ungefähr vier Knoten dahin. Mußte es bei Gegenwind kreuzen, so kämpfte es sich mit ungefähr zwei Knoten voran. Das gemächliche Tempo gestattete normalerweise im Jahr nur eine Rundreise zu den Haupthandelshäfen im Mittelmeer.
Das Piratenunwesen hatte zwar seit den wüsten Tagen des Seevolkes gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. nachgelassen, ausrotten ließ es sich jedoch nicht - dazu waren die reich beladenen Handelsschiffe eine zu verlockende Beute. Gewöhnlich boten die Räuber ihr Diebesgut im nächstgelegenen Hafen zum Verkauf an. Bot ihnen der Kapitän jedoch ein ansehnliches Lösegeld, so zögerten sie nicht, Schiff und Besatzung ziehen zu lassen. Lag der zu zahlende Betrag nicht über dem Wert von Schiff und Ladung, so konnte der Kapitän auf finanzielle Hilfe seitens der Geldgeber und des Kaufmannes rechnen.

 

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